100 #Webcoaches an Schulen im Landkreis Harburg
Hittfeld/Buchholz/Nenndorf. Ein Erfolgsmodell feiert Jubiläum: An Schulen im Landkreis Harburg wurden in den vergangenen vier Jahren bereits 100 #Webcoaches ausgebildet. Die #Webcoaches sind Schülerinnen und Schüler, die jüngere Mitschüler bei Fragen und Sorgen im Umgang mit digitalen Medien beraten.
Im Landkreis Harburg haben Schülerinnen und Schüler der achten und neunten Klassen die Möglichkeit, sich zum #Webcoach ausbilden zu lassen. Die mehrtägige Ausbildung findet in Zusammenarbeit der Reso-Fabrik e.V. und der Polizeiinspektion Harburg statt. Sie beginnt damit, dass diese das eigene Nutzungsverhalten digitaler Medien reflektieren und sich der Faszination und Gefahren von Onlinespielen und sozialen Netzwerken bewusst werden.
Häufige Beratungsinhalte werden vor dem Hintergrund der Regelungen zu Datenschutz, Urheberecht und dem Recht am eigenen Bild betrachtet. In einem Kommunikationstraining wird geprobt, in welcher Weise diese Erkenntnisse gut in die vertrauliche Beratung von Mitschülerinnen und Mitschülern eingebracht werden können.
Im Anschluss beraten sie ihre Mitschülerinnen und Mitschüler auf Augenhöhe und vertraulich zu Themen wie Cybermobbing, Privatsphäre im Netz, soziale Netzwerke und Kriminalität im Netz. Dabei orientieren sie sich auch an den Anliegen der Klassenlehrerinnen und Klassenlehrern. Im Vordergrund stehen besonders die Interessen und Fragen der Schülerinnen und Schüler.
Die #Webcoaches sind fest in der Schulkultur verankert. Sie gehen regelmäßig in die Klassen und erörtern mit den jüngeren Mitschülern, wie man beispielsweise gute Regeln für den Klassen-Chat aufstellt. Sie bieten in Sprechstunden in den Pausen auch vertrauliche Beratungen für Einzelne an. Die #Webcoaches werden auch in Elternabende eingebunden.
"Die Erfahrung zeigt, dass die Hemmschwelle niedrig ist, sich bei kompetenten Mitschülern Hilfe zu suchen, ähnlich wie bei Streitschlichtern bzw. Konfliktlotsen", so Carsten Bünger, der als Beauftragter für Jugendsachen der Polizei im Landkreis Harburg Teile der Ausbildung übernommen hat. Silke Scheiderer trägt als Sozialpädagogin des Jugendhilfeträgers Reso-Fabrik den Hauptteil der Ausbildung und ergänzt: "Die Beratung von Jugendlichen durch Jugendliche auf Augenhöhe hat den Vorteil, dass diese nicht den moralischen Zeigefinger heben. "Digiale Unfälle" gehören in der Altersgruppe zum Alltag, entsprechend alltagsnah werden auch die Lösungen gesucht".
Wichtig bei dem Projekt ist, dass eine schulische Fachkraft die Verantwortung übernimmt und alltägliche Begleitung der Webcoaches übernimmt. Am Gymnasium Hittfeld steht Oberstudienrat Roman Rathje den aktuell knapp 60 #Webcoaches zur Seite. An der Oberschule Rosengarten sowie am Gymnasium am Kattenberge sind weitere 32 #Webcoaches aktiv. In der Estetalschule Hollenstedt und in der Waldschule Buchholz befinden sich aktuell rund 30 Schülerinnen und Schüler in der Ausbildung zum #Webcoach.