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DRK-Frühförderzentrum wird 10 Jahre alt - „Unsere Arbeit braucht langen Atem und viel Geduld“

| Life
Leiterin Stephanie Wohlers (2. Reihe, 1. von links) mit ihrem IFF-Team aus der Rote-Kreuz-Straße. | Foto: ein
Leiterin Stephanie Wohlers (2. Reihe, 1. von links) mit ihrem IFF-Team aus der Rote-Kreuz-Straße. | Foto: ein

Harburg. Frühzeitig Unterstützung geben: Kinder, die Besonderheiten in ihrem Verhalten haben, die krank sind oder sich mit Verzögerung entwickeln, brauchen individuelle Hilfe durch kooperierende Profis. Das war die Grundidee, als das Harburger Rote Kreuz Ende 2009 sein Interdisziplinäres Frühförderzentrum (IFF) eröffnete.

Mit drei Mitarbeiterinnen startete das IFF an der Lüneburger Straße, heute zählen 17 Kolleginnen zum Team, das seit 2018 in der Rote-Kreuz-Straße zu finden ist. Als Zusatzangebot gehört inzwischen auch eine Therapiepraxis für Ergotherapie und Logopädie dazu, wo Leistungen auf Rezept erbracht werden.

Für Leiterin Stephanie Wohlers und ihr Team ist der interdisziplinäre Ansatz der Dreh- und Angelpunkt der Arbeit. „Wir sind eine bunte Kombination. Mit jeder Kompetenz, die wir abdecken können, verbessern wir den Förderprozess beim Patienten: Bei uns sind in Voll- und Teilzeit Sozialpädagogen, Logopäden, Ergotherapeuten, Physiotherapeuten, zwei Psychologinnen und eine Heilpädagogin im Einsatz.“

Die IFF-Kolleginnen agieren in 21 Kitas und an zwei Schulstandorten (Scheeßeler Kehre in Langenbek und Grumbrechtstraße in Heimfeld). Insgesamt behandeln sie derzeit 120 Kinder aus dem Süderelbe-Raum. Das Netzwerk ist eng geknüpft: Oft betreuen die Experten die Kinder über einen längeren Zeitraum und besuchen die Familien zu Hause.

Über die Jahre ist das IFF immer gefragter geworden. „Das Wissen, dass es uns gibt, hat sich verstärkt. Die Patienten wie auch wir Therapeuten profitieren davon. Wir können oft sehr früh schon mit der Behandlung beginnen, was bei Kindern entscheidend ist“, beschreibt Stephanie Wohlers. Auch zur MSH Medical School in der Hafencity, die einen Studiengang zur Frühförderung anbietet, bestehen heute enge Verbindungen.

Mit Sorge stellt die 43-Jährige fest, dass der Therapiebedarf gestiegen ist: „Wir sehen zunehmend Kinder mit tiefgreifenden Entwicklungsstörungen, vor allem aus dem Autismus-Spektrum. Seit ungefähr zwei Jahren nimmt diese Zahl zu. Vielleicht, weil die Diagnostik durch neue Testverfahren immer ausgefeilter geworden ist.

Für die Zukunft haben Stephanie Wohlers und ihr Team sich vorgenommen: „Wir wollen sensibel bleiben für den Förderprozess, der bei jedem Kind anders verläuft. Zeit zu haben und genau hinsehen zu können, ist für den Therapieerfolg entscheidend. Unsere Arbeit braucht langen Atem, wenig Druck, viel Geduld – und ein bisschen Spucke.“

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