Buch über Altenwerder ab sofort erhältlich
Altenwerder/Finkenwerder. Auf dem Sande eines ausgedehnten Dünenzugs, der sich in der Eiszeit gebildet hatte, steht nur noch allein im Industriegebiet des Hamburger Hafens die St. Gertrud Kirche - auch von der Autobahn A7 aus gut zu sehen. Aus Sand entstand im Urstromtal der Elbe das Land des zur Kirche gehörenden einst blühenden Dorfs Altenwerder. Das Land war so unwegsam, so abweisend, dass an eine normale Besiedlung ursprünglich nicht zu denken war. Doch genau diese Eigenschaft bot Verfolgten den Schutz, den sie dringend benötigten. Sie machten das Land urbar und bekämpften mit immer stärkeren Deichen verzweifelt die verheerenden Sturmfluten.
In der Blütezeit dann, in den 1970er- bis 1990er-Jahren, mussten Altenwerder und seine Bewohner jedoch dem Fortschritt des Welthandels weichen - aus Sand entstanden und dann mit Sand überspült. Jetzt stehen riesige Hafenanlagen dort, wo Kühe jahrhundertelang die Bewohner weckten, wo „in de Hoof“ die alten
Leute so gerne saßen, auf ihre Fischkutter schauten und auch mal über die Politik schimpften. Jetzt werden hier, wie von Geisterhand gesteuert, Container hin- und her transportiert. Alles scheint menschenleer.
Ein Autoren-Team aus ehemaligen Bewohnern Altenwerders, die Buchgruppe des Vereins zur Förderung und Erhaltung der St. Gertrud Kirche Altenwerder e.V., lädt die Leser des überaus interessanten und informativen Buchs "Altenwerder -Eine Elbinsel-Geschichte und Geschichten" ein zu einem Spaziergang durch die Geschichte dieses einst so lieblichen Dorfs. Das sind die ehemaligen Altenwerder Gerd Friedrichs, Peter Holst, Werner Oesmann, Bernhard Renk, Telse Seitschek-Flügge und Prof. Dr. Claus Siemsen.
Auch die ehemalige Hamburger Senatorin Jutta Blankau, bis 2015 zuständig für Stadtentwicklung und Umwelt, hat einige Geschichten beigesteuert. Sie lebte als Kind in Altenwerder und hat die Sturmflut von 1962 hautnah erlebt. Sie erinnert sich: "Die Katastrophe blieb auch später immer ein Thema in unserer Familie, und ich selbst habe großen Respekt vor Wasser. Nie werde ich die Zerstörungen vor Ort und die vielen toten Tiere im Wasser vergessen. Die Sturmflut mit all ihren Auswirkungen ist für mich nach wie vor präsent - als eine Naturgewalt, die nicht steuerbar ist."
Die Elbinsel Altenwerder hatte in früheren Zeiten viele Herren, zeitweilig war sie sogar geteilt, und wurde dann - man glaubt es kaum - von Hannover und England regiert, von Napoleon besetzt, von Preußen mit dem Königreich Hannover übernommen und zuletzt Hamburg zugeschlagen. Weit zurückverfolgen kann man die Geschichte der Kirche, die in diesen schlimmen Zeiten immer wieder Trost spenden musste. Die Leser sind angetan von der rührenden Geschichte eines jungen Pastors, der am Morgen vor seiner in der Nacht abgebrannten Pfarre stand und plötzlich eine Kostbarkeit entdeckte, die bis heute ihren Wert hat.
Sie erfahren eine Menge über den harten Beruf der ehemaligen Altenwerder Fischer. Die Milchhändler brachten im Sommer wie im Winter, sogar bei brechendem Eis, die Milch nach Altona und Hamburg. Mit ganz persönlichen Erlebnissen aus den letzten Jahrzehnten in Altenwerder wollen die ehemaligen Bewohner als Buchautoren den Lesern ihre Lebensweise näherbringen - in "Altenwerder, eine Elbinsel - Geschichte und Geschichten".
Gefördert wurde das Buch von der Freien und Hansestadt Hamburg, dem Bezirksamt Harburg, der Sparkasse Harburg- Buxtehude und weiteren Unternehmen. Die Dokumentation mit vielen berührenden Geschichten, auch auf Altenwerder Platt, ist - solange der Vorrat reicht - ab Sonntag, 13. Dezember,
nach dem Gottesdienst in der St. Gertrud Kirche in Altenwerder erhältlich. Danach dann bei: Peter Holst, Niedermoor 2, Neugraben, Telefon 0 40-702 38 35, Werner Oesmann, Weidenbruch 38, Neugraben, Telefon 0 40/701 32 10, Bernhard Renk, Finkenwerder Landscheideweg 49, Finkenwerder, Telefon 040-742 52 78 oder in der Buchhandlung von Bettina Meyer in Neugraben, Marktpassage 9.
Das Buch "Altenwerder, eine Elbinsel - Geschichte und Geschichten" (ISBN 978-3-95856-017-8) eignet sich auch geradezu ideal als Weihnachtsgeschenk - gleichermaßen für Alt und Jung. Es kostet 39,95 Euro. Auf Wunsch kann das Buch auch zugesandt werden. Der Preis beträgt dann 39,95 Euro zuzüglich Porto und Verpackung von 8,05 = 48,00 Euro. Der Versand erfolgt durch Klaus Lippmann vom "Verein zur Förderung und Erhaltung der St. Gertrud Kirche". Die Überweisung bitte auf das Fördervereinskonto bei der Haspa IBAN DE86 2005 0550 1087212120. Als Verwendungszweck unbedingt die Versandadresse angeben. Nach Eingang des Betrags erfolgt der Versand des Buchs.