Killt Corona auch in diesem Jahr alle Vogelschießen und Schützenfeste?
Harburg. Das gab es wohl noch nie: Weiterhin werden wohl alle Harburger Schützenkönige ein weiteres Jahr im Amt beiben. Denn wie es aussieht, könnten alle Vogelschießen und Schützenfeste im
Schützenkreis Harburg Stadt (Harburg und Süderelbe) auch in diesem Jar abgesagt werden.
Drei Jahre hintereinander stünden dann Gildekönig Borhen Azzouz, der Heimfelder König Jens Kabuse, Sebastian Winter aus Marmstorf, Hartmut Rust aus Hausbruch, André Siebert von den Schützen Neugraben-Scheideholz, Robert Deffner (Eißendorf), Ulf Schröder in Moorburg und alle anderen ihren Vereinen als Könige zur Seite. Vielleicht werden sie alle einmal in der Vereinsgeschichte als „der Ewige“ bezeichnet werden.
Corona bringt Schützensaison in Gefahr
Schuld daran ist die Corona-Pandemie, die nun auch die diesjährige Schützensaison in die Elbe schicken könnte. Beraten wurde dies zumindest auf einem virtuellen Treffen der Vereinsvorsitzenden des Schützenkreisverbands Harburg-Stadt. Dort gaben einzelne Vereine bekannt, dass sie jetzt ihre Vogelschießen und Schützenfeste endgültig absagen müssten,
weil sie zu früh im Jahr lägen. Darauf erklärten sich viele Schützenvereine, deren Feste vielleicht noch möglich wären, mit den anderen solidarisch und sagten auch ihre Feste ab. Auch, wenn es vielleicht wie bei den Heimfelder Ende August möglich gewesen.
„Es gibt noch keine endgültige Entscheidung“, so Martina Wiechers gegenüber besser-im-blick, Präsidentin des Schützenkreisverbands Harburg-Stadt. Denn jeder Verein träfe die Entscheidung selbst. In der Videokonferenz waren allerdings auch nur 16 von 24 Vereinen mit dabei. Drei von den anwesenden hätten zu diesem Zeitpunkt auch noch keine Aussage treffen wollen, weil sie sich mit ihren Vorständen abstimmen müssten. Insgesamt fanden es aber alle gut, das Jahr 2021 ruhen zu lassen. Denn auch die Frage, unter welchen Bedingungen man dann überhaupt den scheidenden König hätte verabschieden und den neuen hätte begrüßen können, stand im Raume.
Vereinsleben für Mitglieder am Leben erhalten
Insgesamt ging es in der Konferenz aber auch darum, was man als Verein in dieser Situation machen kann, um das Vereinsleben für die Mitglieder am Leben zu erhalten. „Das hängt natürlich immer davon ab, was erlaubt ist“, so Martina Wiechers. „Zum Beispiel irgendwann kleinere Gruppen zusammenrufen zum gesellligen Austausch oder zum gemeinsamen Schießen. Umbauarbeiten kann man machen, Whats App-Gruppen gründen, Hygienekonzepte überarbeiten oder neue Internetseiten erstellen. Da gab es richtig viele Ideen“, berichtet Wiechers.
Die Heimfelder waren die letzten, die im vergangenen Jahr Anfang März ihren Königsball machen konnten. „Wir hoffen, dass wir wieder die ersten sein können, die dann
wieder das Schützenleben mit dem Königsball eröffnen“, so Jens Kabuse, König der Heimfelder Schützen. „Wir wollen schauen, ob wir eine Ersatzveranstaltung machen können und dürfen“, so Kabuse weiter. Auch andere Schützenvereine sind in der Planung, was Ersatzveranstaltungen betrifft. Es gibt sogar bei einigen die Idee, ein coronakonformes virtuelles oder per Videoschalte ermöglichtes Ausschießen eines Alternativkönigs zu machen.