Rieckhof: Sucht das Bezirksamt jetzt selbst nach einem neuen Träger um den aktuellen zu ersetzen?
Harburg. Versucht das Bezirksamt Harburg aktiv einen neuen Träger für das "Bürgerhaus Harburg"/den Rieckhof zu finden, um den aktuellen zu ersetzen und greift in den Bewerbungsprozess ein - und verletzt damit die gebotene Neutralität? Im Bezirksamt Harburg scheint es zumindest Sorge zu geben, dass sich kein anderer Träger als der aktuelle Trägerverein des Rieckhof am IBV für ein „Bürgerhaus Harburg“ beteiligen könnte. Berichten nach hat das Bezirksamt oder zumindest eine oder mehrere Personen aus dem Bezirksamt das Kulturhaus Süderelbe und den Kultur Palast in Billstedt aufgefordert oder angefragt, sich zu beteiligen.
Heiko Langanke, Mitglied der Fraktion der DIE LINKE., Vorsitzender des Kulturausschusses und gut vernetzt in der Hamburger Kulturszene dazu: „Ich kann dem nicht widersprechen.“ Auf Nachfrage von besser-im-blick hieß es aus dem Kulturhaus Süderelbe: „Wir wurden telefonisch aus dem Bezirksamt gefragt, ob wir es uns vorstellen können, daran mitzuwirken oder uns vorstellen können, das mit jemand anderem zusammen machen zu können.“ Als Aufforderung, sich zu bewerben, sei dies allerdings nicht verstanden worden.
„Ich kann mir durchaus vorstellen, dass es einzelne Personen mit bestimmten Interessen aus dem Bezirksamt gibt, die dies tun“, so Frank Richter, Fraktionsvorsitzender der SPD in der Harburger Bezirksversammlung. „Wenn das offiziell vom Bezirksamt käme, wäre das eine Verletzung der Neutralität des Bezirksamtes. Aber das kann ich mir nicht vorstellen. Und wenn es Personen im Bezirksamt geben sollte, die dies tun, dann dürfen diese nicht an dem Auswahlprozess beteilig werden.“ Zu einer Bewerbung des aktuellen Trägers meint Richter: „Wir freuen uns, wenn sich der gegenwärtige Träger mit einem überarbeiteten Konzept bewirb und sich dem Wettbewerb stellt.“
Der Kultur Palast teilte auf Nachfrage mit, dass er nicht angerufen worden sei. Aus dem Bezirksamt liegt auf Nachfrage bislang keine Antwort zu den Vorwürfen vor.