Feenstaub und Sportlerehrung: Neujahrsempfang in Neu Wulmstorf
Neu Wulmstorf. Neujahrsempfang im Neu Wulmstorfer Rathaus: Bürgermeister Tobias Handtke nahm die anwesenden Bürgerinnen und Bürger mit auf eine Reise ins Land von Peter Pan. Der Feenstaub war es, jene magische Kostbarkeit in Nimmerland, die es erlaub zu fliegen. „Alles was du brauchst, ist Glaube, Vertrauen und ein kleines bisschen Feenstaub“, sagt Peter Pan und das war der rote Faden in den Reden des Bürgermeisters, der für alle, die auf die Bühne kamen, egal ob Sportler oder Sternsinger, ein Tütchen feenstaub hatte. Damit die Wünsche im neuen Jahr in Erfüllung gehen. Die Rahmen mit Lesung aus Peter Pan hatte Ariane übernommen.

Zunächst aber würde Handtke ernst. Ob der Lage in der Welt und auch in Deutschland, das im vergangenen Jahr „teils wie eine missglückte Castingshow oder eine schlechte Reality-Soap“ ausgesehen habe. „Manche der Protagonisten, besonders die lautesten Schreihälse und größten „Schauspieler“, würden von mir persönlich weder einen Stern, einen Buzzer, eine Rose oder sonst irgendetwas bekommen, aber vielleicht die 8 - beim Mau-Mau ist das die Karte für „Einmal aussetzen“, so der Bürgermeister. Am 23. Februar aber hätten die Wähler die Möglichkeit, „das bundesweite Programm für eine neue Staffel zu bestimmen.“ Das sollten alle mit der gebotenen Ernsthaftigkeit auch machen. „Das sind wir den Grundfesten der Demokratie und unsere nachfolgenden Generationen schuldig!“, mahnte Handtke.
Viele Themen seien im vergangenen in der Gemeinde präsent gewesen: Grundsteuern, Baustellen wie der Kreisel Wulmstorfer Wiesen, die Erweiterung der A26, Bauvorhaben wie die Seniorenresidenz hinter der Lutherkirche und der Grundschule an der Heide, ein neues Büchereikonzept, die Azubi-Safari und Jugendbeteiligung. Im kommenden Jahr werde das Ergebnis Verkehrsgutachten überarbeitet erwartet, es werde ganztägige Büchereiveranstaltung geben, eine Seniorenausfahrt, das JUZ wird 25, und die leichte Sprache soll Einzug in der Gemeindeverwaltung halten. Zu Beginn in ausgewähltes Beiträge und zum Ende des Jahres als Routine im ganzen Rathaus.
Auch Gleichstellung war und ist ein wichtiges Thema. Über Gewalt gegenüber und an Frauen und Kindern wird gerade eine Ausstellung geplant. „Prävention vor Gewalt bedeutet nicht nur Probleme zu benennen, Prävention bedeutet insbesondere auch Chancen zu ermöglichen. Prävention ist daher auch eine Lebensweise.“
Ehrenamt verdient jeden Applaus

In Neu Wulmstorf jedenfalls, so fand Handkte, könne man sich auf das ehrenamtliche Engagement verlassen. „Das Ehrenamt verdient jeden Applaus und ist nicht wegzudenken aus dem gesellschaftlichen Leben.“
Aber: Es braucht Nachwuchs im Ehrenamt. Und den gebe es: „Schauen wir in die Sportvereine und Organisationen! Schauen wir genau hin und wir entdecken, wie Schülerinnen und Schüler noch jüngeren Kindern Training ermöglichen und sie anlernen. Es gibt kirchliche Angebote von jungen Menschen für junge Menschen!“ Eines müssten die Erwachsenen nun tun: „Was wir Erwachsenen, auch wir als Eltern, tun müssen, ist, diesen Nachwuchskräften jederzeit den nötigen Respekt zu zollen und sie zu stärken, auch wenn es „die Großen“ mal wieder besser wissen.“
Besonders dankte der Bürgermeister den vier Ortsfeuerwehren. „365 Tage im Jahr einsatzbereit. Egal, welche leichtsinnige oder fahrlässige Vorgeschichte einen Einsatz auslöst, einfach machen, wenn Gefahr in Verzug ist. Mein Dank und Respekt dafür, es ist so gut und beruhigend, dass es euch gibt!“
Jubiläen im neuen Jahr
Einige Jubiläen stehen im kommenden Jahr in der Gemeinde an. 50 Jahre TVV Tennisabteilung, das Juz wird 25 Jahre alt, ebenso die Aktive Kunstschaffenden. Die Heidesiedlung feiert ihr 70-jähriges Bestehen. „Ein stolzer Verein und ein bedeutendes Engagement über die vergangenen 70 Jahre für unsere Gemeinde“, würdigte Handtke den Verein, der für eine der Keimzellen des modernen Neu Wulmstorf steht.
Und 100 Jahre wird er TSV Elstorf alt. „Mehr geht ja irgendwie nicht. Auch die Älteren freuen sich wie kleine Kinder auf das Jubiläum.“
Ehrungen für verdiente Sportlerinnen und Sportler
Anschließend wurden die Sportlerinnen und Sportler geehrte, die im vergangene jahr Besonderes geleistet haben. Dabei ging es nicht um die Medaillen, sondern auch um das Engagement für den Sport. So wurde Jörg Brennecke für sein fast 40-jähriges Engagement im Vorstand des TSV Elstorf geehrt und Werner Brommer, ebenfalls TSV Elstorf, der von 1977 bis 1993 Jugendtrainer, und von1983 bis heute Platzwart ist. Christina Groth wurde für die beiden AquaFit-Gruppen geehrt, die sie aufgebaut hat und die seit 25 Jahren fester Bestandteil des Programms sind.
Für ihre Erfolge wurde das Wettkampf- Team der Trampolinturner des TVV Neu Wulmstorf ausgezeichnet: Niklas Apholz, Lenny Elias Stelzer, Mia Stolley und Emilia Tomesch haben zahlreiche Bezirks-, Landes- und Deutsche Meisterschaften errungen.
Auch unter den Schützen der Gemeinde fanden sich verdiente und engagierte Mitglieder. Mathias Weiß vom Schützenverein Elstorf und Umgebung v. 1869 e.V. wurde für seine herausragende sportlichen Leistungen sowie als Übungsleiter & Jugendwart geehrt. Hartmut Wiegers vom Schützenverein Neu Wulmstorf von 1952 e.V. wurde für sein Engagement als Vereinspräsident und stellvertretender Jugendleiter ausgezeichnet. „Herr Wiegers ist seit seiner Wahl zum stellvertretenden Jugendleiter am 19. Januar 1979 bis heute ununterbrochen ehrenamtlich für den Verein tätig. Er hat damit 46 Jahre aktive Vorstandsarbeit im Schützenverein Neu Wulmstorf geleistet und war darüber hinaus auch noch im Vorstand des Kreis- und Landesverbandes tätig“, so Handtke. In den fast 34 Jahren seiner Zeit als Präsident konnte Wiegers 31 Schützenkönige proklamieren. Zweimal gab es keinen wegen Corona. „Der 32. König war er selbst im Jahre 1995/96 als „Hartmut der Zielsichere“ und wurde daher von seinem Stellvertreter proklamiert.“
Zum Abschluss kamen noch die Sternsinger, die mit den Gästen zusammen Lieder anstimmten. Der 12-jährige Jonas schrieb dann noch den Segen „20*C+M+B+25“ über die Tür des Ratssaales.

