Rund 300 Gäste auf dem Seevetaler Neujahrsempfang: Gewerbetreibende sind das Rückgrat der Gemeinde
Seevetal-Hittfeld. Großer Auftrieb in der Burg Seevetal am Montagabend: Rund 300 Gäste konnten Seevetals Bürgermeisterin Emily Weede und die fünf Gewerbevereine der Gemeinde zum Neujahrsempfang begrüßen. Die Bühne war festlich dekoriert mit regionalen Produkten wie Kürbis, Salat oder Kohl, die Behr Gemüsegarten zur Verfügung gestellt hatte. Das Gemüse ging im Anschluss an den Arche-Hof.
Emily Weede ging in ihrer Begrüßung auf die wirtschaftliche Entwicklung und Lage ein. „Die Zeiten sind herausfordernd“, stellte die Bürgermeisterin fest. Es sei ein leichter Zuwachs bei der Zahl der Betriebe, aber leichter Rückgang bei sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen zu verzeichnen. Die Entwicklung der Gewerbesteuer aber sei „sehr, sehr positiv“: 36,8 Millionen Euro im vergangenen Jahr im Gegensatz zu rund 33 Millionen Euro im Vorjahr.

„Das zeigt, wie gut sich Betriebe auf die Veränderungen am Markt einstellen“, sagte Weede. „Ihr seid das Rückgrat!“, rief sie den Gewerbetreibenden zu. Die Gewerbesteuer, so Weede weiter, wurde auch nicht erhöht. „Wir sind der Überzeugung, dass das Gewerbe nicht noch mehr Steuern tragen kann.“
Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD), ging ebenfalls auf die wirtschaftliche Lage ein. „Die Lage ist extrem schwierig. Sie ist schlecht. Es nützt nichts, das schön zu reden“, so der Minister. Die Frage einer positiven wirtschaftlichen Entwicklung und von Arbeitsplätzen müsse zentrale Frage werden, ebenso Wohnraum. „Es treibt die Menschen um: Geht es mir morgen schlechter als heute?“
Die Politik, so Lies, müsse die Infrastruktur ausbauen und ertüchtigen. Dabei rief er auch den von der Bahn geplanten Bau der Y-Trasse ins Gedächtnis und bekannte sich dazu, dass ein Ausbau der bestehenden Verbindung besser sei.
„Wir sind mit den Energiepreisen international nicht mehr wettbewerbsfähig“, stellte er mit Blick auf die gestiegenen Preise fest. „Strom muss günstiger werden, damit der Standort Deutschland wieder wettbewerbsfähig wird.“ Und da ginge es nicht um zwei oder drei Cent, sondern einen richtigen Sprung.
Auch im Bereich der Digitalisierung sah Lies Auf- und Nachholbedarf. „Wir müssen wieder mutiger werden, bei Zukunftstechnologien vorne zu sein und nicht der Erste, der hinterherläuft“, sagte er mit Blick auf KI und den Ausbau der Mobilfunknetze. „Lasst uns den Mut haben, Verantwortung an die zu übergeben, die mit Verantwortung umgehen können und dazu gehören die Gewerbetreibenden“, schloss er seinen Vortrag.

In der anschließenden Diskussion mit Weede, Lies sowie Rudolf Behr und Michael von Malottky (Otto Dörner), betonte Behr, dass man sich immer anstrengen müsse. „Wer sich nicht bewegt, fällt zurück“, so der Seevetaler Unternehmer. Emily Weede betonte, dass hier der Grund für sie läge, warum sie den Mittelstand so sehr schätze: „Hier wissen die Menschen, dass sie sich bewegen müssen. Jede Firma, die hier einen Arbeitsplatz schafft, ist wichtig und unentbehrlich für Seevetal.“
Im Anschluss wurde noch ein elektrischer Bagger für den Verein Hilfe für krebskranke Kinder Seevetal e.V. versteigert, den das Unternehmen Otto Dörner gestiftet hatte. Am Ende war es Heinz-August Ernst vom Kontrahenten August Ernst, der für 1.400,- Euro den Bagger mit nach Hause nehmen konnte.
Den Abschluss bildeten Lukas & Lukas zusammen mit Mira Schulz und Anna Tiburg, die die Anwesenden in Erinnerung, dass alle Menschen seien und gut miteinander umgehen sollten. Das bekräftigten sie eindrucksvoll mit den beiden Liedern „Imagine“ von John Lennon und „We are the world“ von "U.S.A. for Africa". Belohnt wurden die vier Künstler dafür mit Standing Ovations.
