Vorerst kein Beachclub in Sicht
Harburg. Ein neuer Beachclub für Harburg ist in weite Ferne gerückt. „Ob es überhaupt noch einen geben wird, sei mal dahingestellt“, sagte Harburgs neuer Baudezernent Heiko Stolzenburg in der ersten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses nach der parlamentarischen Sommerpause. Das klingt nicht sehr optimistisch.
Nach einer mehr als zehn Jahre dauernden Reihe von gebrochenen Versprechen und peinlichen Planungsfehlern ist die Zukunft der Fläche am Treidelweg mehr als unsicher. Als der überaus beliebte Veritas Beachclub 2015 seine Zelte abbauen und Platz für einen 16-stöckigen Hotelturm machen musste, ging Harburgs Chill-Community auf die Barrikaden und startete ein erfolgreiches Bürgerbegehren. Und Hamburgs damaliger Erster Bürgermeister Olaf Scholz versprach bei einem Wahlkampfauftritt im Rieckhof: „Auch 2016 wird es in Harburg eine Beachclub geben.“
Pustekuchen! Es gab weder einen Beachclub, noch wurde das Bürgerbegehren umgesetzt. Der damalige Finanzsenator Peter Tschentscher untersagte dem Bezirk, den Bebauungsplan Harburg 67/Heimfeld 46 zu ändern, stattdessen sollte er den Bau des Hotels unterstützen. Zumindest aus finanzpolitischer Sicht war diese Anordnung nachvollziehbar. Mit dem Verkauf des Filetstücks am Südufer des Lotsekanals wollte die Stadt jene Millionen wieder eintreiben, die sie für die Verlagerung eines störenden Schrottplatzes spendiert hatte.
Für das Hotel gab es mehrere Anläufe, sie scheiterten immer wieder an der wechselnden Marktlage, der immer noch eher unterentwickelten Standortqualität Harburgs und schließlich an Corona.
Immerhin trieb der Bezirk zusammen mit dem Landesbetrieb Straßen, Brücken, Gewässer (LSBG) die Sanierung der maroden und wenig tragfähigen Kaianlage am Treidelweg voran. Wer dann aber den verhängnisvollen Planungsfehler zu verantworten und schlicht übersehen hat, dass eine sanierte Kaianlage eben kein Regenwasser mehr durchsickern, dafür aber riesige Pfützen auf der Beachclub-Fläche entstehen lässt, sollte heute kein Thema mehr sein. Sagt jedenfalls Heiko Stolzenburg und richtet den Blick nach vorn: Dort sieht der LSBG das Ende aller Bauarbeiten im ersten Quartal 2026, ein Betreiber für einen Beachclub ist aber nicht in Sicht.
Jene Bewerber, die sich im ersten Interessenbekundungsverfahren engagiert hatten, sind längst abgesprungen. Hohe Hürden wie fehlende Stromanschlüsse oder die Pfützen haben sie alle vertrieben. Und nun? Stolzenburg: „Das werden wir zusammen mit dem Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen besprechen.“ Er deutete allerdings an, dass die Marktlage für Beachclubs längst nicht mehr so günstig sei. Schon das erste Interessenbekundungsverfahren sei „zäh“ gelaufen.
Für Stolzenburg ist klar: „Der Bezirk baut und betreibt keine Beachclubs. Wir können nur die Rahmenbedingungen schaffen.“ Deshalb werde er auch nichts mehr versprechen, weder Termine noch ob es überhaupt einen Beachclub geben wird.
„Solche Aussagen erzeugen bei mir Puls“, sagte der CDU-Abgeordnete Uwe Schneider. Seine Fraktion werde jedenfalls weiterhin einen Beachclub fordern und die Verwaltung auffordern, dies auch umzusetzen. Schneider: „Das ist der politische Wille in Harburg.“
