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Wohnungsbau in Moorburg: ein Geschenk an die Stadt?

| Andreas Göhring | Politik
Leer stehendes Haus am Nehusweg in Moorburg. Foto: mag
Leer stehendes Haus am Nehusweg in Moorburg. Foto: mag
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Süderelbe-Moorburg. Ist der Wohnungsbau eine geeignete und vor allem zukunftsfähige Perspektive für das alte Elbdorf Moorburg? Die Voraussetzungen scheinen günstig zu sein. Die Stadt Hamburg ächzt unter einer immer drastischer werdenden Wohnungsnot, die längst auch den Wirtschaftsstandort gefährdet. Zugleich gibt es in Moorburg nicht nur jede Menge freie Flächen, sondern auch viele leerstehende Häusern. Nicht zuletzt haben die Moorburger nichts gegen neue Nachbarn, Widerstand wegen zu enger Bebauung ist jedenfalls kaum zu erwarten. 

Das war zumindest die Stimmungslage in der gut besuchten Pausenhalle der alten Moorburger Schule bei einem Diskussionsabend über „Perspektiven für Moorburg“: Eingeladen hatte der Runde Tisch Moorburg, gekommen waren die Bürgerschaftsabgeordneten Matthias Czech (SPD), Gudrun Schittek (Grüne) und Heike Sudmann (Die Linke). André Trepoll (CDU) hatte krankheitsbedingt abgesagt. Dazu auf dem Podium: Jan-Oliver Siebrand, Bereichsleiter „Nachhaltigkeit und Mobilität“ in der Handelskammer sowie Micha Rüpke vom Runden Tisch.

Für die offizielle Senatspolitik ist das Schicksal Moorburg längst besiegelt. Seit 1982 sind Moorburg und ein paar benachbarte Stadtteile gesetzlich für die Erweiterung des Hafens vorgesehen – früher oder später. Die damaligen Umschlagszahlen haben sich längst als utopisch erwiesen, die Tendenz ist mit kleinen saisonalen Einbrüchen stark rückläufig. Die SPD-Oberen halten dennoch an ihrer Strategie fest, machen sie offenbar sogar zur Bedingung für eine Koalition. So stellte Gudrun Schittek resigniert fest: „Die Grünen haben sich immer wieder für eine Entlassung aus dem Hafenentwicklungsgebiet eingesetzt, sie sind aber leider immer wieder eingeknickt. Weil es sonst keine Koalition gegeben hätte.“ 

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Vom Genossen Matthias Czech können die Moorburger wohl kaum Unterstützung erwarten. Er wies zwar auf den einstimmigen Beschluss der Bezirksversammlung Harburg für eine Entlassung Moorburg aus dem Hafengebiet hin, er sagte den Moorburgern aber auch: „Ich hol die Kohlen für Sie nicht aus dem Feuer.“

Dass Heike Sudmann auf Seiten der Moorburger steht, war keine Überraschung. Aber auch Jan-Oliver Siebrand ließ durchblicken, dass er Chancen für eine andere Hafenpolitik sieht. Voraussetzung sei eine neu gedachte, intelligente Hafenerweiterung, vor allem aber die Nutzung von Flächen innerhalb des bestehenden Hafens.

Der Moorburger Micha Rüpke fürchtet, dass sein Stadtteil allmählich zu einem „politischen Gemischtwarenladen“ verkommt. Alle meldeten Bedarf an: der Hafen, plötzlich auch die Planer der A26-Ost als Trasse für die Landesverteidigung oder die Wasserstofflobby. Rüpke: „Das ist hier aber kein Selbstbedienungsladen. Der Hafen hat bei uns keine Chancen, wir sind aber für alles andere offen.“

Im Lauf des Abends entwickelte Rüpke dann Ideen für eine verstärkte Wohnnutzung Moorburgs. Er erinnerte an die vielen Wohnungen, die von der Saga gekauft worden seien und nun leer stünden, angeblich, weil deren Sanierung „wirtschaftlich nicht darstellbar“ sei. Er stellte sich eine Verknüpfung von Wohnungsbau mit hochspezifischen Forschungseinrichtungen auf den Spülfeldern vor. 

Das Fazit von Heike Sudmann: „Bei der aktuellen Wohnungsnot wäre das doch ein Geschenk an die Stadt.“

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