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Olympia in Hamburg: Keine Gigantomanie sondern ein Sportereignis der kurzen Wege

| Niels Kreller | Politik
Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher erklärt das Konzept des Olympischen Dorfs in der Science City Bahrenfeld. Foto: Niels Kreller
Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher erklärt das Konzept des Olympischen Dorfs in der Science City Bahrenfeld. Foto: Niels Kreller

Hamburg/Harburg/Süderelbe. Die Olympia-Befürworter haben aus der Pleite des vergangenen Males gelernt. Hamburgs Idee für eine Olympia-Bewerbung der Hansestadt kommt nicht pompös und etwas gigantomanisch daher wie 2015. „Die Olympischen Spiele sollen sich der Stadt anpassen, und nicht die Stadt den Olympischen Spielen“, sagte Hamburgs 1. Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher am Mittwoch vergangener Woche im Planet Harburg im ehemaligen Karstadtgebäude vor rund 200 interessierten Besuchern. Die SPD hatte eingeladen, sich über die Olympischen und Paralympics zu informieren. Das ist Tschentscher auch ein Anliegen: Das es beides ist und zusammengehört: Olympische Spiele und Paralympics.

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Auch die doch schon etwas überhebliche Art und Weise, mit der 2015 mit Skeptikern, Kritikern und oftmals den ganz normalen Bürgerinnen und Bürgern umgegangen wurde, die einfach eine Frage hatten, ist verschwunden und der Einsicht gewichen: „Wir als Politik müssen erklären, was wir uns dabei gedacht haben“, wie Tschentscher es auf den Punkt brachte.

Insgesamt soll keine neue, permanente Sportstätte gebaut werden. Bestehendes soll ertüchtigt und genutzt werden. Auch das Olympische Dorf in der Science City in Bahrenfeld wird nicht extra gebaut, sondern ist schon geplant als Wohnquartier. Und wird eben zuvor von den Sportlerinnen und Sportlern genutzt.

Und es soll ein Olympia der kurzen Wege werden. Nicht mehr als ein paar Minuten sollen die Sportlerinnen und Sportler zu ihren Wettkämpfen selbst zu Fuß oder mit dem Rad haben.

Beides erklärt auch, warum es im Hamburger Süden keine Wettkämpfe geben wird. Dafür aber werden hier Sportstätten für Trainingsmöglichkeiten genutzt werden – und dafür fit gemacht. Die CU-Atena beispielsweise für Volleyball, der Opferberg und die Scharfe Schlucht für Leichtathletik, das Midsommerland für Synchronschwimmen.

Selbstredend gab es aus den Reihen der Besucher Kritik daran. Viele hätten schon einen der zahlreichen Wettkämpfe hier im Süden gehabt. Wie die Mountainbiker in der Haake und den Harburger Bergen.

Überraschend für viele: Die Kosten halten sich im Gegensatz zu früheren Olympischen Spielen (Rio de Janeiro 2016 über 23 Mrd. Euro, London 2012 knapp 17 Mrd. Euro) und auch der Bewerbungsidee von 2015 im Rahmen: 4,8 Milliarden Euro sollen es werden und die sollen durch Ticketverkäufe, Lizenzen etc., an denen die Stadt beteiligt wird, auch wieder reinkommen. „Olympia ist ein Entwicklungsmotor“, so Peter Tschentscher. Wer die Spiele austrage, werde mit seinen Projekten bevorzugt behandelt werden. „Große Projekte wie der Hauptbahnhof, bei dem die Bahn mit drin ist, kommen ohne Olympia erst viel später“, machte Tschentscher deutlich. Denn niemand wolle Schuld sein, durch sein Zögern die Spiele in Gefahr zu bringen.

„Wir hoffen, dass sich viele beteiligen“, so Tschentscher mit Blick auf das Referendum am 31. Mai. „Denn ob wir uns beteiligen, hat Wirkung für viele Jahre und bindet die Politik der nächsten 10 bis 15 Jahre.“ Deswegen, so sein Appell an die Hamburgerinnen und Hamburger, müsse man sich seine Entscheidung gründlich überlegen.

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