Zwölf Jahre Verantwortung für Buchholz: Jan-Hendrik Röhse scheidet als Bürgermeister aus
Buchholz. Nach zwölf Jahren gibt Jan-Hendrik Röhse zum 31. Oktober das Amt des Buchholzer Bürgermeisters ab. Seit fast 18 Jahren arbeitet er für die Stadt: 2009 wurde er Erster Stadtrat, 2014 erstmals Bürgermeister und 2021 wiedergewählt. Das Amt bedeutete für ihn Verantwortung rund um die Uhr – auch nachts, etwa bei einem Brand.
Bei der Wahl 2026 trat er nicht erneut an, weil die Amtszeit künftig acht Jahre beträgt und er in seinen ursprünglichen Beruf zurückkehren möchte: als Notar und Anwalt. In der letzten Sitzung des alten Rates überreichte ihm Erster Stadtrat Dirk Hirsch die Entlassungsurkunde.
Buchholz habe sich als Wirtschaftsstandort weiterentwickelt. Als wichtigstes Projekt nennt Röhse den TIP Innovationspark Nordheide. Auch das Gewerbegebiet am Trelder Berg wurde fertiggestellt; dort sind alle Grundstücke verkauft. Zur Bilanz gehören zudem Bevölkerungswachstum, gut ausgestattete Kitas und solide Finanzen. Sein Fazit: „Wir sind in Buchholz gut aufgestellt.“
Ein Dauerthema war die Feuerwehr. Auf Basis des Bedarfsplans von 2012 entstand das Gerätehaus in Sprötze neu; Neubau in Holm-Seppensen und Erweiterung in Trelde sind geplant. Wegen des Klimawandels erwartet Röhse mehr Waldbrände und Überschwemmungen – die Feuerwehr sei strategisch gut gerüstet.
Seine Amtszeit war auch von Krisen geprägt: der Unterbringung Geflüchteter, der Corona-Pandemie und der Aufnahme von Menschen aus der Ukraine. Besonders bewegt ihn seine Ansprache zum 70. Jahrestag des Kriegsendes 2015 in der Partnerstadt Canteleu. Gemeinsam mit Wohlau organisierte Buchholz Hilfe für die Ukraine; 2023 besiegelte Röhse die Partnerschaft mit Brody – „ein Erlebnis, das ich nie vergesse“.
Nicht alles schloss er ab: Beim Mühlentunnel wurde die Ausschreibung wegen zu hoher Kosten aufgehoben, bei der Ostumfahrung hätte er sich mehr Tempo gewünscht. Wichtig bleibt ihm die Infrastruktur beim Baugebiet auf der Rütgersfläche.
Nachfolger Michael Riedel übernimmt am 1. November. Röhse rät ihm, unabhängig zu handeln und sich nicht drängen zu lassen. Zum Abschied dankt er Verwaltung, Rat und Bürgern: „Es war mir eine Ehre, dieses Amt zwölf Jahre lang ausüben zu dürfen.“
