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Hamburg Towers: Keine Punkte, dafür aber zahlreiche Blessuren in Göttingen

| Niels Kreller | Sport

Göttingen/Wilhelmsburg. Die Hamburg Towers haben sich lange gegen die überharte Gangart der BG Göttingen gewehrt, konnten sich bei der 83:80 (22:16, 43:43, 64:60-)Niederlage aber nicht für eine Aufholjagd im Schlussviertel belohnen. Bereits am Mittwoch gegen Frankfurt sind die Wilhelmsburger wieder gefordert.

Alle Akteure hatten sich rechtzeitig zum Spielbeginn auf dem Parkett versammelt, lediglich die Technik verhinderte einen pünktlichen Start des von Magenta Sport deklarierten Topspiels des 28. Spieltags. Mit dreiminütiger Verzögerung ging es dann los – und zwar voller Intensität. Nach einem frühen unsportlichen Foul von Baldwin-Ersatz Jeremiah Martin legte die BG Göttingen einen 10:0-Lauf hin und brachte sich zügig zweistellig in Führung.

Pedro Calles schien in der folgenden Auszeit aber genau die richtigen Worte gefunden zu haben. Mit einem 8:0-Run meldeten sich die Hanseaten prompt wieder zurück. Doch ausgeglichen verlief das Spiel noch immer nicht. Weil es die Niedersachsen im ersten Viertel besser verstanden, sich an die Freiwurflinie zu bringen, lag die Führung nach den ersten zehn Minuten weiterhin bei den Hausherren. Der Start ins zweite Viertel erfolgte mit deutlich gemäßigtem Tempo – eigentlich alles andere als die favorisierte Spielweise der Wilhelmsburger. Es war aber genau das richtige Mittel, um die Defensive zu stabilisieren und die Offensive allmählich den eigenen Vorlieben anzugleichen.

Doch nachdem Jaylon Brown mit seinem zweiten Dreier den Rückstand auf einen Punkt verkürzt hatte, ließ ein unsportliches Foul von Eddy Edigin die Göttinger wieder auf sechs Zähler enteilen. Nach einer weiteren Wilhelmsburger Auszeit kam dann plötzlich wieder deutlich mehr Tempo ins Spiel. Zwar profitierte davon der Angriff, doch in der Verteidigung nutzte Göttingen die sich bietenden kleinen Lücken. So ging es in Form eines Kopf-an-Kopf-Rennens in Richtung Halbzeit.

Glück aus Wilhelmsburger Sicht: Dass Akeem Vargas mit einem überharten und gefährlichen Einsteigen in den blockstellenden Seth Hinrichs ein Offensivfoul schinden konnte, zahlte sich nicht aus – stattdessen sorgte der Hamburger Co-Kapitän, der sich bei der Aktion glücklicherweise nicht verletzte, mit einem And One für den ausgeglichenen Halbzeitstand. Von den guten Schlussminuten vor dem Seitenwechsel konnten die Towers mit Wiederbeginn aber nicht weiter profitierten. Auch, weil Göttingen deutlich präsenter aus der Kabine kam und sich direkt wieder in Führung brachte.

Vor allem in der Offensive fehlte die Abstimmung. Nur sieben Punkte brachte das Team von Pedro Calles in den ersten sechs Minuten nach der Halbzeit im Korb unter. Was man den Towers aber keinesfalls absprechen konnte, war der Einsatz. Aller Widrigkeiten und Provokationen zum Trotz hielt Caleb Homesley sein Team von der Freiwurflinie im Spiel. Für zwei Teams, die vor allem von ihrem Distanzwurf profitieren, ging vom Perimeter bezeichnend wenig – doch auch in Korbnähe versuchte Göttingen, Abschlüsse mit allen Mitteln zu verhindern.

Kurz vor Ende des dritten Viertels musste Seth Hinrichs als zweiter Wilhelmsburger nach Maik Kotsar ein blutiges Auge einstecken. Der Rückstand lag, gemessen an den bis dahin erlittenen Blessuren, mit vier Zählern noch im Rahmen, wuchs zu Beginn des Schlussviertels nach dem sechsten Göttinger Dreier aber auf sieben an. Viel Zeit blieb den Towers für eine Aufholjagd nicht mehr – das wusste auch Justus Hollatz, der erst selbst abschloss und anschließend erst Lukas Meisner und dann Maik Kotsar in Szene setzte. Und der Este, der zuvor im Abschluss glücklos agierte, besorgte anschließend aus der Mitteldistanz die erste Hamburger Führung des Abends. Mit einem And One erhöhte der Center sogar auf vier Punkte, musste aber auf der Gegenseite, genau wie Jaylon Brown, sein viertes persönliches Foul hinnehmen.

Den kurzen Schockmoment nutze Göttingen und brachte sich nach einer Auszeit mit einem 8:0-Run wieder in Front. Mit einem schwierigen Floater verkürzte Homesley wieder auf einen Zähler. Bei noch 30 verbleibenden Sekunden, entschied ein Sprungball dann die Partie – Göttingen bekam den Ball zugesprochen, traf aus der Mitteldistanz, ein Dreier von Topscorer Jaylon Brown in der letzten Sekunde verfehlte das Ziel.

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