Der Plan: Hochbahn baut ab 2028 in Neuland 23
Harburg. Der Nebel über der Zukunft von Hamburgs Klima-Modellprojekt „Hub+Neuland“ hat sich ein wenig gelichtet. Spätestens 2028 will die Hochbahn auf dem Gelände an der Autobahnanschlussstelle Harburg mit dem Bau eines Busbetriebshofs beginnen. Das bestätigt Hochbahn-Sprecher Christoph Kreienbaum. Voraussetzung sei allerdings, dass die Verhandlungen mit Hamburg Invest über die Vergabe des Grundstücks in Erbpacht noch in diesem Jahr erfolgreich abgeschlossen werden.
Ist der Erbpachtvertrag in trockenen Tüchern, könnte im kommenden Jahr mit den Planungen begonnen werden. Dabei könnte auch die beschlossene Erweiterung der A1 auf acht Spuren eine Rolle spielen. Die Autobahn soll in südlicher Richtung zunächst bis zur Anschlussstelle Harburg verbreitert werden – auch um zusätzlichen Verkehr nach Fertigstellung der A26-Ost mit Anschluss in Höhe Stillhorn aufzunehmen. Wahrscheinlich wird dafür ein Geländestreifen des Hub+Neuland gebraucht.
Mittelfristig wird der neue Busbetriebshof im Bereich des Bebauungsplans Neuland 23 den Hochbahn-Betriebshof an der Wilstorfer Straße ersetzen. Das Grundstück dort soll später für den Wohnungsbau genutzt werden. Zuletzt gab es auch Spekulationen, dass die Hochbahn ihren vorhandenen Betriebshof an der Hannoverschen Straße erweitern könnte. Die Gelegenheit schien günstig, zumal die Stadt Hamburg 2024 das südlich anschließende Krupp/Freudenberger-Areal aufgekauft hatte. Doch jetzt sagt Kreienbaum: „Planungen zur Erweiterung des Standorts an der Hannoverschen Straße gibt es nicht.“ Und er nennt auch den Grund: Zurzeit werde gerade eine Verschiebung der Bundesbahn-Gleise geprüft. Das könnte auch Auswirkungen auf den Betriebshof haben.
Dabei gehe es sehr wahrscheinlich um das Projekt „Harburger Kurve“, vermutet Michael Sander, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion in der Bezirksversammlung Harburg. Nach seinen Informationen habe die Bahn AG ihren Plan noch nicht aufgegeben, eine Gleis-Eckverbindung in Richtung Cuxhaven zu bauen, so dass die Züge nicht mehr im Bahnhof Harburg Kopf machen müssten. Dafür solle entlang der Hannoverschen Straße ein Gleispaar (nicht das westlichste) in einen Tunnel versenkt werden, der dann unterirdisch erst leicht nach Osten, dann in einer scharfen Kurve nach Westen geführt wird und später knapp westlich der Seehafenbrücke wieder zwischen dem Hafenbahngleis und der Bestandsstrecke nach Cuxhaven auftaucht.
Werde dieser Plan wirklich umgesetzt, müsste die Hannoversche Straße um ein paar Meter nach Westen versetzt werden. Mit anderen Worten: Die gerade sanierte Straße wird wieder aufgerissen und verlegt. Sander: „Das müsste zwar die Bahn zahlen, aber Steuergeld ist es ja trotzdem.“
