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Vertane Möglichkeit: Neue Ausstellung „Mythos Superhelden“ im Archäologischen Museum

| Niels Kreller | Feuilleton
Die neue Ausstellung "Mythos Superhelden" im Archäologischen Museum Hamburg. Foto: ein
Die neue Ausstellung "Mythos Superhelden" im Archäologischen Museum Hamburg. Foto: ein
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Harburg. Superhelden – das klingt verheißend nach Abenteuer, Aufregung, großen Taten, einem hohen moralischen Anspruch und der ganz großen Welt der Comics und Blockbuster. Schon das Plakat der Ausstellung im Archäologischen Museum Hamburg (AMH) verspricht viel.

Das Plakat zur Ausstellung "Mythos Superhelden" ist vielversprechend. Foto: einDa sind im Vordergrund die Superhelden von heute zu sehen: Superman, Batman, Spiderman, Wonder Woman, Captain America, Iron Man, Green Lantern… Und hinter ihnen, auf der Ruine eines antiken Tempels, thronen die Olympischen Götter – Zeus, Athene, Apollon, Hera… Schon dieses Plakat stellt die Frage, was in den Superhelden von heute von den antiken Göttern und Helden wiederzufinden ist. Auch wenn letztere mit ihrem fragwürdigen Lebenswandel, geprägt durch Untreue, Ränkespiele und noch viel schlimmeren mehr den hohen moralischen Ansprüchen der Superhelden nicht gerecht werden.

Superheld – Mythos von der Antike zur Gegenwart

Diese Linien von der Antike bis heute sind es auch, die Prof. Dr. Rainer-Maria Weiss, Direktor des AMH, und Dr. Frank Hildebrandt vom Museum für Kunst und Gewerbe, bei der Eröffnung der Ausstellung aufriefen. Mythos gestern und heute: Wo findet sich beispielsweise ein Achilles wieder, der einzig für ewigen Ruhm und nicht für schnöden Mammon in die Schlacht um Troja zog? Wo ein Herakles, der Held war, ohne es sein zu wollen? Oder ein Odysseus, der sich mit List und Tricks durchs Leben schlug?

In der Tat finden sich solche Linien wieder. Der muskebepackte Herakles von damals ist beispielsweise in Superman verkörpert. Die Amazonen finden sich natürlich in Wonder Women wieder.

Viele Wege führen zum Superhelden

Und wie wird man überhaupt zu Superheld oder Superheldin? Verschiedene Wege stehen da zur Verfügung. Sei es dadurch, dass man nicht von der Erde kommt wie Superman, einem Technik und Geld zur Verfügung stehen wie Batman und Iron Man, die Kraft von den Göttern kommt wie bei Wonder Women, man einfach Opfer eines fehlgeschlagenen wissenschaftlichen Experiments wird wie Spiderman.

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Möglichkeiten vertan

Viele spannende Fragen die aufgeworfen wurden. Nur: Sie finden sich in der Ausstellung nicht wieder. Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen: Fans von DC und Marvel Superhelden sollten sich die Ausstellung nicht entgehen lassen. Und für Kinder gibt es viel zu sehen.

Denn eine große Armee der DC und Marvel Superheldinnen und Superhelden ist im Museum aufgebaut. Leider erfahren die Besucher aber nur die Namen und den Hersteller der Actionfigur. Es fehlt schon, welche Superkraft die Figur als Held hat. Ebenso werden keine Verbindungen zur Antike und ihren Göttern und Helden gezogen.

Die fristen aufgrund dieses Fehlens im hinteren Raum ein etwas deplatziert anmutendes Dasein, dessen Sinn sich nicht ohne (weitgehend fehlende) Erläuterung erklärt. Auch wie die Superhelden ihre Kräfte oder Fähigkeiten erlangt haben, steht nirgendwo.

Dabei wäre es spannend gewesen, „Ahnenreihen“ darzustellen: Hier Herakles und daneben die Superhelden, die in seiner Linie stehen. Oder hier alle, die ihre Kraft durch diesen oder jenen Grund erlangt haben. Oder auch eine Timeline, in der die Superhelden, ihr Erscheinen beim Comicverlag und ihre spezifische Ausprägungen ins Verhältnis zur jeweiligen Zeit und deren Gesellschaft gesetzt werden.

Ebenso fehlt der Gegenpol der eigenen Seite: Der Anti-Superheld. Er kommt zwar nicht so häufig vor, ist aber doch präsent – wie Venom, der Punisher oder der Ghostrider. Einzig Deadpool steht in einer Vitrine – vielleicht, weil er von allen der unkomplizierteste und clowneskeste ist.

Im zweiten Obergeschoss ist die Serie "Space Heroins" von Swaantje Güntzel zu sehen. Foto: einBedauerlicherweise wurden diese Möglichkeiten vertan. Bedauerlich auch deshalb, weil ihre Realisierung der Faszination der Ausstellung für Fans und Kinder keinen Abbruch getan hätte. So steht für all diejenigen, die sich nicht mit DC und Marvel beschäftigt haben, dort nur eine große Ansammlung teils grotesk anmutender Plastikfiguren herum.

Spannender „Sidekick“: Die Serie „Space Heroins“

Zur Ehrenrettung des AMH sei gesagt, dass die Ausstellung nicht im eigenen Haus konzipiert wurde, sondern eine Kooperation mit dem „museum exhibition network – Expona“, Bozen, und Contemporanea Progetti, Florenz, ist. Man darf also auf das Begleitprogramm gespannt sein, das beim AMH sowohl für Groß als auch für Klein bisher immer für Aufklärung, Erklärung und Entwirrung gesorgt hat.

Und auch dies dient zur Rettung: Die Treppe im Ausstellungsraum hoch, im zweiten Stock, sind Bilder der Künstlerin Swaantje Güntzel aus ihrer Reihe „Space Heroins“ zu sehen. Sie bilden einen bewussten Gegenpol zur hauptsächlich männlich dominierten Superhelden-Welt, die ihren großen Raum im Erdgeschoss hat.

Zu sehen sind ganz normale Frauen mit ganz normalen Berufen, deren Heldinnenrolle die der Astronautin ist. Die Bilder hat Swaantje Güntzel 2022 im Rahmen einer „Artist Residency“ am Europäischen Raumflugkontrollzentrum (ESA/ESOC) in Darmstadt in Kooperation mit „Kultur einer Digitalstadt“ geschaffen. Zu einer Zeit, als die Nutzung der KI durch eine breite Masse noch in den Kinderschuhen steckte, wurde die Serie mit der KI Open Source DALL.E 2 basierend auf Textbeschreibungen generiert.

Die Ausstellung läuft bis zum 26. April 2026 und ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 8,- Euro, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben freien Eintritt.

Das Programm zur Ausstellung findet sich hier auf der Website des AMH.

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