Hamburgs Süden feiert das Wort: SuedLese startet in die elfte Runde
Harburg. Hamburgs Süden wird wieder zum Treffpunkt für Bücherfreundinnen und Literaturbegeisterte: Am 1. März beginnt die mittlerweile elfte Ausgabe der SuedLese-Literaturtage. Vier Wochen lang verwandeln sich Straßen, Stadtteile und Nachbarschaften zwischen Wilhelmsburg und dem Alten Land in „Orte der Worte“. Rund 40 Veranstaltungen stehen auf dem Programm – abwechslungsreich, lokal verwurzelt und ganz dem Festivalmotto „Jeden Tag ein Literat!“ verpflichtet.
Was einst aus dem Netzwerk SuedKultur entstand, hat sich längst zu einem festen Bestandteil des Hamburger Kulturkalenders entwickelt. Der besondere Reiz liegt dabei in der Nähe zwischen Publikum, Autoren und Orten. Statt großer, zentraler Events lebt die SuedLese vom Konzept „Autor*in und Ort suchen und finden sich selbst“. Mehr als 26 Institutionen – von Vereinen wie ContraZt e.V. und dem Moorburger Elbdeich e.V. über die Volkshochschule bis zu lokalen Buchhandlungen und Nachbarschaftstreffs – gestalten in diesem Jahr eigene Veranstaltungen und Lesungen.
Ein neuer Akzent im Programm ist die Förderung durch die Zeit Stiftung Bucerius, die das Festival in den kommenden drei Jahren unterstützt. Mit dieser Hilfe rückt 2026 vor allem der literarische Nachwuchs in den Mittelpunkt. „Ich bin wie jedes Jahr erstaunt, wie vielfältig und ideenreich sich die Leseorte dem Thema Literatur zuwenden“, sagt Heiko Langanke, Begründer und Organisator der SuedLese. „Dass wir nun mit Hilfe der Zeit Stiftung Bucerius gezielt Newcomer vorstellen können, passt perfekt zu unserer Identität. Durch unsere sehr persönlichen Orte waren wir unbewusst schon immer das ‚Kinderzimmer‘ für kommende Autor*innen.“
Dementsprechend steht eine ganze Reihe von Debüts auf dem Programm: Autorinnen wie Kea von Garnier („Restsommer“) oder Rina Schmeller präsentieren ihre ersten Werke, und mit der Ladies Crime Night Debüts in Buxtehude feiert ein neues Format seine Premiere. Insgesamt fünf Lesungen widmen sich jungen Stimmen – von Moisburg über Harburg bis nach Buxtehude.
Auch darüber hinaus zeigt sich das Festival vielseitig: Dominik Bloh liest aus „Die Straße im Kopf“ und spricht über Obdachlosigkeit und gesellschaftliches Engagement, Kristjan Knall stellt seinen Roman „Heldenhass“ vor, und Nils Mohl verbindet in Wilhelmsburg Literatur und Musik mit Auszügen aus seinem neuen Buch „Pepper“. Für Kreative bietet die Volkshochschule Workshops an – vom Comiczeichnen mit Laura Münker bis zum szenischen Schreiben mit Jutta Martens. In der Schreibwerkstatt „Darf ich bitten?“ im Sozialkontor Harburg bekommen lokale Autoren Gelegenheit, eigene Texte zu präsentieren.
Das vollständige Programm der SuedLese 2026 mit allen Terminen ist auf www.suedlese.de abrufbar. Gedruckte Hefte liegen zudem an allen beteiligten Leseorten aus. Weitere Hintergründe und Interviews liefert das Online-Feuilleton www.tiefgang.net.
