Orkan „Nadia“ sorgte für Chaos
Harburg Stadt & Land. Sturmtief „Nadia“ hat in Harburg Stadt & Land von Samstag auf Sonntag teils heftige Verwüstungen angerichtet. Die Orkanböen mit bis zu 140 km/h rasten über Hamburg und das Umland hinweg und brachten eine schwere Sturmflut mit sich. Der Fischmarkt stand bei 5,20 Metern über dem normalen Hochwasser (bei der Sturmflut 1962 waren es 5,70 Meter) unter Wasser.
Die Feuerwehren mussten zu zahlreichen umgeknickten Bäumen ausrücken. Diese hatten Häuser und Autos beschädigt und versperrten die Straßen. Auch der Schienenverkehr war teilweise stundenlang lahmgelegt oder erheblich behindert. So auf der Bahnstrecke bei Neuwiedenthal, wo ein Baum auf die Oberleitung gefallen war.
Schiff blieb bei Hochwasser unter Elbbrücke stecken
Für die größte Aufregung sorgte ein Schiff, das gegen 21:30 Uhr, unter der Freihafenelbbrücke steckengeblieben war. Möglicherweise hatte der Kapitän das Hochwasser unterschätzt und das Schiff klemmte unter der Brücke fest.
Auf ihm befanden sich zu dem Zeitpunkt nach den Angaben der Polizei zwei Personen. Das Löschboot „Branddirektor Westphal“ war vor Ort und schleppte das Schiff ab. Der Einsatz dauerte bis ca. 3:30 Uhr.
Die beiden Personen an Bord waren ein 44-jähriger Schiffsführer und ein 45-jähriger Baggerfahrer. Bei beiden Männern wurde ein Atemalkoholtest durchgeführt. Dabei stellte sich heraus, dass beide ‚einen lütten im Kahn‘ hatten: Der 44-Jährige hatte 1,43 Promille und der 45-Jährige wies einen Atemalkoholwert von 1,39 Promille auf. Für beide Besatzungsmitglieder wurde daraufhin eine Blutprobenentnahme angeordnet und durchgeführt. Die zwei wurden dann nach Zeichnung einer Sicherheitsleistung in Höhe von 6.300 Euro für den Schiffsführer und 5.100 Euro für den Baggerfahrer entlassen. Beide blieben unverletzt.
In der Hausbrucher Straße war ein großer Baum umgestürzt. Ein Teil war auf ein Haus und ein Auto gefallen. Der andere Teil musste von der Feuerwehr umgesägt werden. Dafür wurden einige Autos abgeschleppt .
Im Landkreis musste die A261 gesperrt werden
Auch im Landkreis waren die Feuerwehren seit dem späten Samstagnachmittag zu dutzenden Einsätzen ausgerückt. Fast immer waren es
Bäume, die auf Straßen und Gehwege gestürzt waren und dann von den Feuerwehrleuten zersägt werden mussten.
In Maschen war gegen 19:30 Uhr eine Tanne auf ein Wohnhaus gestürzt. Die Feuerwehr zersägte den Baum von einer Drehleiter aus. In Wistedt blockierte gegen 19:10 Uhr ein Baum die Bundesstraße 75. Hier entfernten die Rettungskräfte den Baum innerhalb weniger Minuten.
Für etwa eine halbe Stunde war auch die A261 voll gesperrt, weil ein Baum auf die Fahrbahn gefallen war. Insgesamt waren die Retter ab 17 Uhr bis in die Nachtstunden im gesamten Landkreis Harburg im Einsatz. Personen wurden nicht verletzt.
Dieser Artikel wurde aktualisiert.