Schockanruf bei Rentner: Betrüger erbeuten 25.000 Euro
Buchholz/Moisburg. Wieder kam es im Landkreis Harburg zu Betrügereien mit Schockanrufen bei älteren Menschen. In Buchholz wurde gestern am Montag, 7. Februar 2022, ein 77-Jähriger Opfer der miesen Schock-Anruf-Taktik von Verbrechern. Gegen Mittag wurde der Mann von der Trickbetrügerin angerufen. Sie gab sich am Telefon als Oberkommissarin aus und sagte dem Mann, dass seine Tochter bei einem Verkehrsunfall eine schwangere Radfahrerin tödlich verletzt hätte und die Tochter nun in das Herkunftsland der Radfahrerin ausgeliefert werden solle.
Diese Inhaftierung der Tochter, so die Kriminelle am Telefon, könne nur eine Kaution abwenden. In dem mehrstündigen Telefonat konnte die Täterin diese absurde Geschichte so plausibel machen, dass der Mann schließlich mehrere Goldmünzen im Wert von rund 25.000 Euro als Kautionsleistung anbot. Schon Minuten später kam ein Kurier vorbei, der die verpackten Münzen abholte und unerkannt verschwand.
Erst später, Im Gespräch mit Angehörigen, wurde dem Geschädigten klar, dass er auf einen Betrug reingefallen war.
Auch in Moisburg waren Trickbetrüger unterwegs
Auch in Moisburg versuchten Betrüger mit einer fast identischen Geschichte eine 74-jährige Frau dazu zu bewegen, ihr Geld an die Verbrecher auszuhändigen. Auch hier sollte Bargeld in Höhe von 40.000 Euro als Kaution für die Tochter dienen.
Zum Glück war die Mitarbeiter der Bank aufmerksam, bei der die Frau das Geld abheben wollte. Als die Frau bei ihr erschien, alarmierte die Mitarbeiterin die Polizei. So konnte die Abhebung und Übergabe des Geldes gerade noch verhindert werden.
Prävention ist wichtig
Viele Geldinstitute im Landkreis beteiligen sich seit September letzten Jahres an Präventionsmaßnahmen, bei denen ungewöhnlich hohe Geldabhebungen in einem speziellen Umschlag übergeben werden. Auf dem Umschlag sind sechs Fragen abgedruckt, mit denen die Kunden letztmöglich für einen Betrug sensibilisiert werden sollen. Doch auch für eine Übergabe von Schmuck oder Wertgegenständen an einen Kurier können diese Fragen die Betroffenen vor dem Betrug bewahren uns sollte in jedem Haushalt hängen:
- Haben Sie den Geldbetrag abgehoben, weil Sie angerufen worden sind?
- Hat ihnen der Anrufer verboten, über den wahren Zweck der Abholung zu sprechen?
- Sollen Sie das Geld an eine unbekannte Person übergeben?
- Sollen Sie das Geld noch heute übergeben?
- Hat sich der Anrufer als Familienangehöriger, Polizist, Richter, Arzt etc. ausgegeben?
- Sollen Sie Geld überweisen oder eine Geldwertkarte kaufen?
Wenn auch nur zwei dieser Fragen mit "ja" beantwortet werden, sollten die Betroffenen von einem Betrug ausgehen und sofort die Polizei über den Notruf 110 kontaktieren.
Aber auch innerhalb der Familie sollte dieses Thema, gerade mit möglichweise alleinlebenden, älteren Angehörigen besprochen werden. Ein Codewort oder eine verabredete Nachfrage können helfen, den Betrug am Telefon schneller zu erkennen.
Weitere Tipps gibt es im Internet unter www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/enkeltrick oder beim Beauftragten für Kriminalprävention der Polizeiinspektion Harburg, Kriminalhauptkommissar Carsten Bünger, Telefon 04181 285-108.