April April: Sensationsfund in Klein-Moor: Goldgelbe Schachbrettblume entdeckt
April April: April, April: Natürlich gibt es keine gelben Schachbrettblumen
Seevetal-Meckelfeld/Klein-Moor. Auf einer Wiese zwischen Meckelfeld und Klein-Moor entlang des Seevekanals wurden jetzt goldgelbblühende Schachbrettblumen entdeckt. Jutta Freudenberg, Landwirtin aus Klein-Moor, informierte Seevetals Bürgermeisterin Emily Weede über diese botanische Sensation auf einer von ihrer Familie bewirtschafteten Wiese. Emily Weede wurde sofort hellhörig nachdem sie diese Nachricht vernommen hatte und machte sich vor Ort ein Bild.
Jutta Freudenberg ist in der Region aufgewachsen und lebt seit Jahrzehnten auf ihrem Hof in Klein-Moor in der Nähe der Fundstelle. „Meine Urgroßmutter hat mir schon als kleines Kind davon erzählt, dass es hier früher auch die goldgelbe Schachbrettblume gegeben haben soll“ so die ehemalige CDU-Ratsfrau. Weiter erinnert sie sich: „Das frühe Funddatum deckt sich auch mit den Erzählungen meiner Urgroßmutter. Ab Ende März soll die Pflanze hier regelmäßig auf den Wiesen geblüht haben.“ Heute blüht die seltene Blume in der zweiten Aprilhälfte (besser-im-blick berichtete: Wunder der Natur: Die Schachblume blüht bald wieder auf dem Junkernfeld).
In ihrem Wohnzimmer hat Jutta Freudenberg ein Bild über der Couch hängen. Erst jetzt wurde ihr klar, dass es sich bei den abgebildeten Blumen nicht nur um Sumpfdotterblumen und Löwenzahn gehandelt hat, sondern auch um unsere goldgelbe Schachbrettblume.
Emily Weede nahm umgehend Kontakt mit Dietrich Westphal auf. Der war früher der Umweltbeauftragte der Gemeinde Stelle. Zudem engagiert er sich in seiner Freizeit für den Naturschutzbund Deutschland (NABU) und ist ein anerkannter Experte auf dem Gebiet des Naturschutzes. Als der Anruf von Emily Weede kam, war er gleich ganz begeistert: „Ich habe noch am selben Tag in alten Aufzeichnungen in unserem NABU-Archiv in Lüneburg nachgeschaut. In der Tat ist dort unter Fritillaria flava die goldgelbe Schachblume verzeichnet. Demnach hat es bereits im 17. Jahrhundert erste Hinweise auf die Pflanze gegeben. Das dort genannte Verbreitungsgebiet mit der „Vogthey Neuland“ deckt sich auch mit der Fundstelle bei Meckelfeld.“
Emily Weede vermutet, dass bei den im vergangenen Jahr durchgeführten Grabungen des Archäologischen Museum Hamburg / Harburer Stadtmuseums Keime der goldgelben Schachbrettblume wieder in die oberen Schichten gekommen sind. Das Museum untersuchte die Fläche, um den Bomber-Absturz von 1945 zu dokumentieren. Die Gemeinde Seevetal und das Museum hatten Anfang dieses Jahres hierüber berichtet.
Wie geht es jetzt weiter? Die Gemeinde Seevetal wird sich als nächstes mit der Unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis Harburg in Verbindung setzen. Der Fund soll dokumentiert werden. Es könnten dann Fördergelder beim Umweltministerium beantragt werden, um herauszubekommen, unter welchen Bedingungen eine solche botanische Ausnahme erfolgen konnte. Zudem soll Kontakt mit den bewirtschaftenden Landwirten aufgenommen werden.
„Der Fundort liegt genau im Bereich der geplanten Tank- und Rastanlage an der A 1. Das dürfte jetzt für den Bund noch schwieriger werden, die Raststätte an dieser Stelle zu realisieren“, sagt Emily Weede. „Wir werden alles dafür tun, das grüne Herz Seevetals zu erhalten.“ Auch Dietrich Westphal schlägt in die gleiche Kerbe: „Vielleicht können wir das Naturschutzgebiet Untere Seeveniederung so erweitern, dass alle Schachbrettblumen in einem gemeinsamen Naturschutzgebiet erfasst sind“, so der Naturschützer. I, waren sich alle Drei bei einem Ortstermin jetzt einig.
