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Archäologische Entdeckungen im Herzen Harburgs: Auf den Spuren des Gasthaus "Zum Weißen Schwan"

| Niels Kreller | Life
Das Gasthaus "Zum Weißen Schwan" in der Harburger Schloßstraße war einst eines der angesehensten Hotels in Harburg. | Foto: Archäologisches Museum Hamburg
Das Gasthaus "Zum Weißen Schwan" in der Harburger Schloßstraße war einst eines der angesehensten Hotels in Harburg. | Foto: Archäologisches Museum Hamburg

Harburg. Das Archäologische Museum Hamburg enthüllt derzeit auf einem historisch bedeutenden Gelände entlang der Harburger Schloßstraße faszinierende Einblicke in die Vergangenheit. Inmitten des 18. Jahrhunderts befand sich an der Ecke Kanalplatz/Harburger Schloßstraße das eindrucksvolle Gasthaus "Zum Weißen Schwan", einst eines der angesehensten Hotels in Harburg. Dort, wo sich einst die Geschichte des Stadtviertels entfaltete, werden Archäologen in den kommenden 10 Monaten die Geheimnisse dieses Ortes ans Licht bringen.

Die Wandelnde Geschichte der Schlossinsel

Die Harburger Schloßstraße hat in den vergangenen Jahren eine bemerkenswerte Veränderung erfahren. Nachdem die Straße lange Zeit im Schatten stand, erlebt sie nun einen tiefgreifenden Strukturwandel. Doch bereits im Mittelalter war dies der Ursprung von Harburg, ein Ort, der einst das Herz der Stadt schlagen ließ. Das Archäologische Museum Hamburg hat in der Vergangenheit hier bereits umfangreiche Ausgrabungen durchgeführt, die das lange Zeit verschlossene Geschichtsbuch dieser Stelle aufschlugen. Nun bieten sich den Archäologen erneut 10 Monate lang die Möglichkeit, auf einer Fläche von 480 m² neue Erkenntnisse über die Anfänge Harburgs zu gewinnen.

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Auf den Spuren des "Weißen Schwan"

Das Grundstück an der Ecke Kanalplatz/Harburger Schloßstraße, nahe dem alten Rathaus, dem Hafen und der Festung, liegt im ältesten Teil der einst unabhängigen Stadt Harburg. Bekannt war es einst für das Gasthaus "Zum Weißen Schwan", das zwischen 1725 und 1899 hier stand. Dieses Gebäude, das wahrscheinlich kurz nach der Zeit der Franzosenherrschaft um 1814 errichtet wurde, blieb einigen Harburgern in Erinnerung. Es wurde 1943 durch Bomben beschädigt und 1965 abgerissen. Der "Weiße Schwan" hatte eine wechselvolle Geschichte und war besonders für zwei bedeutende Ereignisse bekannt: 1819 wurde hier der Leichnam des Herzogs von Braunschweig aufgebahrt und 1846 logierte König Ernst August von Hannover im Gasthaus. Zusätzlich zu seiner Geschichte diente der "Weiße Schwan" als Badeanstalt nach der Entdeckung einer Schwefelquelle im Jahr 1821. Dieses Gasthaus verlor jedoch an Bedeutung mit dem Bau der Elbbrücken im Jahr 1872.

Der Wert der Wirtshausarchäologie

Die laufende Grabung erregt besonderes Interesse, da die "Wirtshausarchäologie" oft Einblicke in das Alltagsleben vor der Ära von Fernsehen und Smartphones bietet. Die archäologischen Funde können wichtige Informationen über das soziale Leben der Menschen in dieser Zeit enthüllen. Die Quellen über das Gasthaus "Zum Weißen Schwan" sind begrenzt, daher ist diese Ausgrabung von besonderer Bedeutung. Ziel ist es, Siedlungsreste zu dokumentieren und die Siedlungsgeschichte des Areals im Mittelalter und in der Neuzeit zu klären. Ähnlich wie bei früheren Grabungen in der Harburger Schloßstraße wird auch hier mit einer Vielzahl von Funden gerechnet, darunter Keramik, Pilgerzeichen und Waffen.

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