Großbrand auf Obsthof: Einsatzkräfte kämpfen gegen Flammen in Lagerhalle
Süderelbe-Neuenfelde. Am Sonnabend meldeten mehrere Anrufer gegen 18:45 Uhr einen Brand in einer Lagerhalle eines Obstanbaubetriebs in Neuenfelde in der Straße "Im Alten Nincop". Die Beschreibungen der Anrufer deuteten auf ein größeres Feuer hin, sodass die Feuerwehrleitstelle sofort die Alarmstufe auf zwei Löschzüge erhöhte. Kurz nach Eintreffen des ersten Löschzuges auf dem Gelände entschied der Einsatzleiter, die Alarmstufe auf „Feuer mit drei Löschzügen“ zu erhöhen. Zu diesem Zeitpunkt schlugen die Flammen bereits meterhoch aus der etwa 70 x 20 Meter großen Halle, die sich in unmittelbarer Nähe zum Wohnhaus des Hofes befand.
Um das Wohnhaus vor den Flammen zu schützen und gleichzeitig einen intensiven Löschangriff zu starten, wurden zwei Drehleitern in Position gebracht, die mit Wasserwerfern das Feuer von oben bekämpften. Vom Boden aus setzten die Feuerwehrkräfte zusätzlich mehrere Löschrohre ein. Für die Wasserversorgung legten sie Schläuche zu den nahegelegenen Entwässerungsgräben, den sogenannten Wettern.
Das Gebäude selbst stellte die Feuerwehr vor Herausforderungen: Es handelt sich um ein komplexes Bauwerk mit mehreren Kammern, die mit Stickstoff und Äpfeln gefüllt waren. Zudem war das Dach mit Solarpaneelen bedeckt, was den Zugang erschwerte und die Brandbekämpfung gefährlich machte. Da die größte Brandlast im Dachbereich vermutet wurde, jedoch ein direkter Zugang für die Einsatzkräfte zu gefährlich war, öffneten sie die Dachgiebel mit Spezialsägen, um Löschwasser gezielt in die Dachkonstruktion einleiten zu können.
Zur Unterstützung der Einsatzleitung und für ein besseres Lagebild setzte die Feuerwehr eine Drohne mit Wärmebildkamera ein. Außerdem wurde eine Giebelwand mithilfe eines Radladers geöffnet, um die Löscharbeiten weiter zu erleichtern. Zur Warnung der Anwohner wurden zwischen 19:27 Uhr und 00:29 Uhr über das MoWaS-Warnsystem und Katastrophenschutz-Apps Warnungen herausgegeben. Glücklicherweise kamen bei dem Großbrand keine Personen zu Schaden.
Die Löscharbeiten dauern derzeit noch an. Um die rund 200 Einsatzkräfte der Freiwilligen- und Berufsfeuerwehr während des langen Einsatzes mit frischer Kleidung und Getränken zu versorgen, wurden der Gerätewagen Hygiene und ein Versorgungsfahrzeug zum Einsatzort gebracht.
