Artenschutz: Neue Julen am Hellberg - Greifvögel erhalten Jagdunterstützung
Neu Wulmstorf. Drei neue Ansitzstangen für Greifvögel, sogenannte „Julen“, hat der Baubetriebshof auf den Wiesen am Hellberg errichtet. Was auf den ersten Blick unscheinbar wirkt, ist in Wahrheit ein wichtiger Beitrag zum praktischen Naturschutz: Die erhöhten Sitzmöglichkeiten helfen Bussard, Falke & Co. bei der Jagd in offenen Landschaften – dort, wo Bäume oder Hecken als natürliche Ansitzmöglichkeiten fehlen.
Doch die Julen sind nur ein Teil eines größeren Projekts zur Förderung der Artenvielfalt. Bereits zuvor hatte der Bauhof Eichen sowie zwei Weißdornhecken gepflanzt. Aus ihnen soll ein neuer „Knick“ entstehen – ein landschaftstypisches, strukturreiches Biotop, das Schutz und Nahrung für zahlreiche Tierarten bietet. „Solche Rückzugsräume sind in unserer intensiv genutzten Agrarlandschaft selten geworden“, erklärt ein Sprecher der Gemeinde.
Früher prägten Hecken und Feldraine das Bild der Kulturlandschaft – heute sind sie vielerorts verschwunden, um großen Landmaschinen Platz zu machen. Die Folgen: Weniger Lebensraum für Vögel, Insekten und Kleintiere sowie eine unkontrollierte Vermehrung von Feldmäusen, die Schäden auf landwirtschaftlichen Flächen verursachen können.
Hier setzen die Julen an: Sie geben Greifvögeln bessere Chancen, ihre Beute zu erspähen – und damit helfen sie, das ökologische Gleichgewicht auf natürliche Weise zu erhalten. Mit dieser Maßnahme möchte die Gemeinde Neu Wulmstorf zeigen, wie Naturschutz direkt vor der eigenen Haustür funktionieren kann – pragmatisch, wirksam und mit Weitblick.
