Ein Klassiker kehrt zurück – Museum im Marstall zeigt „Der Schimmelreiter“
Winsen. Die berühmte Novelle „Der Schimmelreiter“ von Theodor Storm gehört zu den bekanntesten Werken der deutschen Literatur. Am 30. November widmet sich das Museum im Marstall diesem Klassiker in seiner Reihe „Historischer Film“ und präsentiert die eindrucksvolle Verfilmung aus dem Jahr 1973.
Der Film besitzt besonderen regionalen Bezug: Teile der Produktion entstanden in den traditionsreichen Filmstudios in Bendestorf. Regisseur Alfred Weidenmann setzte Storms düstere Deichsage atmosphärisch dicht in Szene. In den Hauptrollen sind internationale und deutsche Filmgrößen wie John Phillip Law, Gert Fröbe, Anita Ekström und Vera Tschechowa zu sehen. Die kraftvollen Bilder und die intensive Stimmung machten die Verfilmung zu einem besonderen Werk des deutschen Kinos der 1970er-Jahre.
Bevor der Film beginnt, gibt Sven Simonsen vom Filmmuseum Bendestorf eine kurze Einführung zu den Dreharbeiten und Hintergründen der Produktion. Die Zusammenarbeit zwischen dem Filmmuseum Bendestorf und dem Museum im Marstall hat bereits Tradition: Beide Häuser haben in der Vergangenheit mehrfach gemeinsame Veranstaltungen organisiert – zuletzt mit einer Einführung zum Film „Diese Nacht vergess ich nie“, der sowohl in Winsen als auch in Bendestorf erfolgreich gezeigt wurde.
Im Zentrum des „Schimmelreiters“ steht die Geschichte von Hauke Haien, einem visionären, aber umstrittenen Deichgrafen an der Nordseeküste. Während die Küstengemeinde am alten Aberglauben festhält, setzt Haien auf moderne Methoden des Deichbaus – ein Thema, das auch für die hiesige Region von Bedeutung war und ist. Nach einer verheerenden Sturmflut verliert Haien seine Familie und stürzt sich mit seinem Pferd in die tosenden Wellen. Seither, so erzählt die Sage, erscheint sein Geist als Schimmelreiter auf dem Deich – ein Sinnbild für den ewigen Konflikt zwischen Fortschritt und Schicksal.
Der Film wird am 30. November von 14:30 bis 16 Uhr im Museum im Marstall gezeigt. Der Eintritt beträgt 5,- Euro für Erwachsene; Kinder sowie Mitglieder des Heimat- und Museumsvereins erhalten freien Eintritt.
