9. Harburger Nachhaltigkeitspreis: Projekt Das Nanopflaster siegte
Harburg. Die Bezirksversammlung Harburg hat im November zum neunten Mal nachhaltige Aktivitäten im Bezirk Harburg ausgezeichnet. Corona bedingt fand die Veranstaltung online statt. Drei ausgewählte Projekte freuten sich über den 5.000 Euro dotierten Preis. Der erste Preis in Höhe von 2.500 Euro ging an das Projekt Das Nanopflaster – Eine Idee zum Erhalt unserer Brücken des Instituts für Metall- und Verbundbau von der Technischen Universität Hamburg-Harburg. Es handelt sich bei diesem innovativen und weitsichtigen Projekt um eine neue Sanierungsmethode zur fünf- bis sechsfachen Steigerung der Lebensdauer von Brücken ohne weiteren Stahlverbrauch und lange Wartungszeiten. Da die Betonindustrie ein extrem großer CO2-Produzent ist, entlaste das "Nanopflaster" entsprechend die Umwelt und schone Ressourcen, so die Jury. Zudem, so die Jury, sei „diese Form der Sanierung sehr wirtschaftlich und langlebig".
Den zweiten Preis in Höhe von 1.500 Euro erhielt das Projekt Unverpackt Süderelbe der Unverpackt Süderelbe GbR. Dahinter verbirgt sich ein verpackungsfreier Marktstand für trockene Lebensmittel, Kosmetik und Reinigungsartikel auf dem Harburger Marktplatz und in Neugraben. Laut Jury ist das Konzept „Unverpackt“ in Hamburg zwar nicht neu, sehr wohl aber im Raum Harburg. Die Jury-Mitglieder betonten außer dem großen ökologischen Aspekt vor allem den „Abstrahleffekt“. Denn dieser Marktstand rege zum Nachdenken und zur Vermeidung von Plastiktüten an.
Über den dritten Preis in Höhe von 1.000 Euro freute sich die Obdachlosenherberge Harburg-Huus des DRK Harburg. Mit dem Projekt SUMM SUMM SUMM – ökologisch, sozial, nachhaltig: Bienenwachstücher für und von Obdachlosen setzt sich das Harburg-Huus für einen gesunden, plastikfreien, wiederverwendbareren und handgemachten Schutz für frische Lebensmittel ein, der auch in der Nachbarschaft und beim Leben auf der Straße zum Einsatz kommen kann. Zusätzlich zur dieser ökologischen Dimension hob die Jury eine wichtige soziale Komponente hervor. Denn das Harburg-Huus bietet Obdachlosen nicht nur eine Bleibe, sie dürfen auch ihren Hund mitnehmen. Auf diese Weise wird die Ausgrenzung dieser Personengruppe vermieden.
Wie in jedem Jahr stellte Dr. Chris Baudy, zertifizierter Bildungspartner für Nachhaltigkeit und Mitglied der Lenkungsgruppe von HARBURG21, alle eingereichten Projekte in einer kurzen Powerpoint-Präsentation vor. Sie deckten viele Themenbereiche einer grünen und sozial-gerechten Stadt- und Quartiersentwicklung ab, nahmen aber auch globale Partnerschaften und Weiterentwicklungen in den Blick.
Kooperationspartner der Veranstaltung war - wie schon in den Vorjahren - die Initiative HARBURG21, welche die Lokale Agenda 21 und das NachhaltigkeitsNetzwerk im Raum Harburg darstellt. Gefördert wurde der Preis erneut durch die Sparda-Bank Hamburg. Nach der Eröffnung der Veranstaltung durch den Moderator Jürgen Marek (Mitglied der Lenkungsgruppe von HARBURG21), den Grußworten von Hans Lied (Dezernent für Wirtschaft, Bauen und Umwelt) und des Sparda-Bank-Filialleiters Norbert Koßyk folgte die Laudatio durch Robert Timmann, zweiter stellvertretender Vorsitzender der Bezirksversammlung.