Fahrradparkhaus am Harburger Bahnhof vorerst gestoppt
Harburg. Der Bau des Fahrradparkhauses am Bahnhof Harburg ist vorerst auf Eis gelegt. Das hat die Behörde für Verkehr und Mobilitätswende (BVM) auf Anfrage von besser-im-blick bestätigt. Sie hat zugleich betont, dass dies nicht das endgültige Aus für das Projekt bedeutet. Vielmehr sollen das Konzept, aber auch mögliche Alternativen noch einmal überprüft werden. „Wir rechnen mit einer finalen Entscheidung im Laufe des ersten Halbjahrs 2025“, sagt BVM-Sprecherin Rika Bootz.
Die Finanzierung des Prestigeprojekts von Verkehrssenator Anjes Tjarks schien nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Klimatransformationsfonds zu platzen. Der Bundeszuschuss aus dem Förderprogramm „Fahrradparkhäuser an Bahnhöfen“ in Höhe von gut vier Millionen Euro wurde gestrichen, im Juli 2024 wurde der BVM aber die „grundsätzliche Förderfähigkeit“ des Vorhabens Fahrradstation Harburg bestätigt.
Wieviel die Fahradstation insgesamt kosten sollte, ist offiziell nie genannt worden. Die Rede war allerdings von mehr als 16 Millionen Euro. Das habe sich, so die BVM, aus den „herausfordernden Standortbedingungen“ und den „Vorgaben des Architekturwettbewerbs“ ergeben. In der Tat ist der Standort am Rande der Mega-Kreuzung Hannoversche Straße/Buxtehuder Straße/Moorstraße schwer zu erschließen, die Nutzung eines nicht mehr benötigten Fußgängertunnels hin zum Bahnhof treibt die Kosten in die Höhe. Zudem ist der preisgekrönte Entwurf des Leipziger Architekturbüro SUMMACUMFEMMER, das auch das deutsche Pavillon auf der Architekturbiennale 2023 in Venedig kuriert hatte, sicher ein Hingucker, aber eben auch ein wenig teurer.
Rika Bootz: „Diese Bedingungen lassen keinen oder nur sehr geringfügigen Raum für Einsparungspotenziale.“ Deshalb soll nun das ganze Konzept noch einmal überprüft werden. Wohlgemerkt: Die „finale Entscheidung“ fällt im ersten Halbjahr 2025, also vermutlich nach der Bürgerschaftswahl im März. (ag)
