Dämpfer für Rainer Bliefernicht
Harburg. Der Vorschlag, den Ersten Richter am Hamburger Verwaltungsgericht Klaus Thorwarth als Kandidat für die Stelle des Bezirksamtsleiters vorzuschlagen, war offenbar ein Alleingang von CDU-Fraktionschef Rainer Bliefernicht. Das hat der Fraktionsvorstand in einer gemeinsamen Presserklärung klargestellt. Der entscheidende Satz: „Weder die CDU-Fraktion noch der Kreisverband der CDU haben sich für eine Kandidatur von Herrn Thorwarth ausgesprochen.“ Lediglich Fraktionschef Rainer Bliefernicht habe Thorwarth „zunächst als möglichen Kandidaten beworben“.
Keine Frage, diese Pressemitteilung, die auch von den beiden stellvertretenden Fraktionschef Brit-Meike Fischer-Pinz und Lars Frommann unterzeichnet wurde, ist ein weiterer empfindlicher Dämpfer für Bliefernicht. Vor der Bezirkswahl Anfang Juni trat Bliefernicht noch als der neue starke Mann für die Zukunft Harburgs auf. Er träumte davon, nach der Wahl als Chef der stärksten Fraktion in der Bezirksversammlung entscheidend bei möglichen Koalitionsverhandlungen mitzuwirken.
Doch es kam anders. Überraschend verteidigte die SPD ihren Anspruch als führende Harburger Gestaltungskraft und baute ihren Vorsprung sogar noch aus. Bliefernicht tröstete sich damit, seinen Sohn Thore mit einer geschickten Positionierung auf der CDU-Bezirksliste einen Platz in der Bezirksversammlung gesichert und damit auch die Familientradition seiner Partei fortgesetzt zu haben. In den vergangenen Wahlperioden saß immer neben Ralf-Dieter Fischer mindestens ein Mitglied dessen Familie im Bezirksparlament. Nach dem Rückzug von „RaDiFi“ soll nun die Bliefernicht-Ära beginnen.
Wie es zurzeit aussieht, muss Bliefernicht seine ehrgeizigen Pläne zunächst zurückstellen. Die SPD hat sich entschlossen, Koalitionsverhandlungen mit den Grünen und der Linken zu starten. Und da Bliefernicht sein Kandidat abhanden gekommen ist, setzt er sich nun gemeinsam mit seiner Fraktion für eine Neuausschreibung der Stelle des Bezirksamtsleiters ein. Sophie Fredenhagen will er auf keinen Fall wählen. Er muss sich allerdings eingestehen, dass seine Idee, seinen Nachbarn Klaus Thorwarth zum Nachfolger Fredenhagens zu machen, ein Flop war. Dafür hat dieser mit seinem peinlichen Auftritt in einem Heimfelder Friseursalon selbst gesorgt.
