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Endlich! Harburg hat einen neuen Bezirksamtsleiter

| Andreas Göhring | Politik
Der neue Chef im Harburger Rathaus: Christian Carstensen. Foto: Ubben
Der neue Chef im Harburger Rathaus: Christian Carstensen. Foto: Ubben
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Harburg. Die Stellvertreter haben neun Monate lang ihren Job gemacht. Jetzt ist ein neuer Chef in Sicht. Die Bezirksversammlung Harburg hat den 54 Jahre alten Volkswirt Christian Carstensen (SPD) mit großer Mehrheit zum neuen Bezirksamtsleiter gewählt. Für Carstensen stimmten 37 Bezirksabgeordnete, sein Gegenkandidat Julian Georg (Die Linke) bekam neun Stimmen, drei Abgeordnete enthielten sich.

Der Wahl des Bezirksamtsleiters waren Monate vorausgegangen, in denen die Stellvertreter Dierk Trispel und Christian Queckenstedt das Bezirksamt mit großer Bravour geführt und wohl keine Fehler gemacht haben. Von der Politik wurden sie abgesehen von einigen überflüssigen, zum Teil auch lästigen Anfragen der AfD weitgehend in Ruhe gelassen.

Kein Wunder, die Politik war vor allem mit sich selbst beschäftigt. Vor allem die SPD. Nach der Bezirkswahl im Juni 2024 war sie als Tiger gestartet, als stärkste Fraktion mit großer Gestaltungsmacht, sie landete nach wenig Wochen als gerupfter Bettvorleger mit kaum noch eigener Gestaltungsmacht. Teile dieser Macht hatten fünf SPD-Abgeordnete gekapert, die zunächst „irgendwie“ mit ihrer Partei nicht mehr einverstanden waren, dann mit Abwesenheit glänzten und die überregionale Presse mit Informationen über angeblich rassistische Tendenzen bei den etablierten Harburger Genossinnen und Genossen fütterten.

Das führte zum Bruch der SPD-Fraktion und CDU-Fraktionschef stand nicht nur aufrechten Hauptes in seinem Buxtehuder Spielzeugladen, er genoss es auch, doch noch Anführer der stärksten Fraktion zu sein und von CDU-Kreischef André Trepoll offiziell den Auftrag zu bekommen, einem neuen Harburger Bezirksamtseiter eine Mehrheit zu beschaffen.

Es roch nach wechselnden Mehrheiten, für die einen der erhoffte Heilsbringer für die Klippen der Kommunalpolitik, für die anderen der Vorbote für Chaos und 

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So passte es ins Bild, dass am Wahlabend zwei Politiker ihren Wahlvorschlag vorstellten, sie sonst weniger als Hauptpersonen wahrgenommen werden – zum einen der politische Nobody Dirk Kannengießer von der FDP, zum anderen Jörn Lohmann von der Linken, der zum Jahresende noch als möglicher Partner der ersten Rot-Rot-Grünen Hamburger Bezirkskoalition Morgenluft witterte.

In dieser Gemengelage kandierten also Christian Carstensen und Julian Georg, zwei „hervorragende Kandidaten“ – was eigentlich alle bestätigten. Selbst die CDU, die sich bis zuletzt fragen musste, warum sie als stärkste Fraktion eigentlich keinen eigenen Kandidaten ins Rennen schicken konnte.

Nach den Fraktionssitzungen am vergangenen Donnerstag war die große Mehrheit für Carstensen wohl gesichert, dennoch kam in den letzten Tagen nochmal Unruhe auf. Was passiert, wenn sich einzelne Abgeordnete doch nicht an die Empfehlungen ihres Fraktionsvorstands halten? Da hatte es in den vergangenen Monaten die eine oder andere Spekulation gegeben. Oder wenn einer der Kandidaten nur eine knappe Mehrheit bekommt und sich dann womöglich den Vorwurf gefallen lassen müsste, nur mit Hilfe der AfD Bezirksamtsleiter geworden zu sein.

Das alles ist nicht passiert. Carstensen ist mit großer Mehrheit gewählt. „Dabei hatte man mich regelrecht gewarnt, in Harburg zu kandidieren“, sagte er nach der Wahl. Da sei alles so unsortiert. Offenbar habe man nördlich der Elbe die Situation aber falsch eingeschätzt. Carstensen will nun ein „offenes und bürgernahes“ Bezirksamt leiten.

Aber wann? Zunächst wird das Zentrum für Personaldienste (ZPD) die dienstrechtlichen Voraussetzungen des Kandidaten prüfen, dann wird eine Senatsdrucksache erstellt. Schließlich wird der Senat Carstensen ernennen. Der Zeitpunkt hängt vom Terminplan des Senats ab, aber auch davon, wann Carstensen seinen bisherigen Job in der Präsidialabteilung der Stadtentwicklungsbehörde aufgeben kann.

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