Nun ist Schluss altes Haus!
Harburg. Die Tage der alten maroden Toilettenanlage an der südwestlichen Ecke des Schwarzenbergparks sind gezählt. Das Bezirksamt hat jetzt mitgeteilt, dass die Bauruine „zeitnah zurückgebaut“ werden soll. Begründung: Die bauliche Substanz sei stark geschädigt, eine Sanierung sei schlicht zu teuer. Außerdem gebe es keine zulässige Möglichkeit, bei einem Weiterbetrieb der Anlage, egal zu welchem Zweck, die Anlieferung sicherzustellen.
Noch vor fünf Jahren hatte sich noch eine Harburger Architekt und Investor für den Flachbau interessiert und sogar schon einen Bauantrag eingereicht. Angeblich wollte er eine Etage auf das alte Häuschen aufsatteln und dort ein Café eröffnen.
Das Bezirksamt ließ sich damals Zeit, den Antrag abzulehnen. Schließlich soll der Denkmalschutz ausschlaggebend für den negativen Bescheid gewesen sein. Das Toilettenhäuschen ist zwar nicht in der amtlichen Liste der Harburger Baudenkmäler verzeichnet – wohl aber der gesamte Schwarzenbergpark.
Zuvor gab es immer wieder Überlegungen, wie der von der Bissingstraße oder auch von der Straße Am Schwarzenberg-Campus kaum noch sichtbare Flachbau genutzt werden könnte. Es gab auch den Wunsch nach einer öffentlichen Toilette, weil sich die Betreiber der Restaurants im Gildehaus immer wieder darüber beklagt hatten, dass Leute aus dem Park ihre sanitären Anlagen benutzen. Es gab auch die Idee, dort Geräte für die Sportaktivitäten von Studierenden im Park zu lagern.
Anfang 2019 schließlich hatte das Bezirksamt die alte Toilette als einen jener Räume identifiziert, in denen Musiker „in Ruhe“ proben könnten. Genügend Personal, diese Idee umzusetzen, habe man aber nicht. Eigentlich wäre das eine Aufgabe für die Kreativgesellschaft Hamburg, die Räume für Künstler anbieten soll. Aber auch die lehnte ab. „Die haben Harburg einfach nicht auf dem Schirm“, meinte Heiko Langanke, damals Vorsitzender des Harburger Kulturausschusses.
Als jetzt der geplante Umbau des gesamten Schwarzenbergpark beginnen sollte, hat das Bezirksamt nochmal die Toilettenanlage auf Bausubstanz und Verkehrssicherheit überprüft. Das Ergebnis ist bekannt. Für die andere Toilettenanlage im Bereich des Parks wurde dagegen eine Lösung gefunden. Das „Pavillon am See“ an der Buxtehuder Straße soll im kommenden Frühjahr mit einem gastronomischen Angebot neu eröffnet werden.
