Stadt zahlt 20 Millionen Euro für Sietas-Werftgelände
Süderelbe-Neuenfelde. Die Stadt Hamburg hat bei einer Zwangsversteigerung das knapp 15 Hektar große Werksgelände der ehemaligen Sietas-Werft am Neuenfelder Fährdeich gekauft. Der Kaufpreis: 20,01 Millionen Euro. Der zur Finanzbehörde gehörende Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG) will das Grundstück vor allem im Erbbaurecht vergeben. Ein Teil der Flächen soll für den Hochwasserschutz und zur Sicherung der vorhandenen öffentlich-rechtlichen Unterbringung für Flüchtlinge genutzt werden.
Zuvor war versucht worden, dass Grundstück an Investoren zu verkaufen. Das war aber nicht möglich. Der Grund: Die russische Sberbank hatte der später in Konkurs geratenen Werft mehrere Darlehen gewährt und sich dafür als Sicherheit ein Grundpfandrecht geben lassen. Nach dem Einmarsch der Russen in die Ukraine waren aber gegen verschiedene russische Finanzinstitute Sanktionen erlassen worden, zu denen auch die Sberbank gehört. So blieb eine Zwangsversteigerung der einzige Weg, das Grundstück verwerten zu können.
Finanzsenator Dr. Andreas Dressel: „Der Senat steht für eine aktive Bodenpolitik, um die strategischen städtischen Interessen wahren zu können. Dazu gehört auch, Industrieflächen in und für Hamburg zu sichern und bei Bedarf zu intervenieren.“ Das ehemalige Sietas-Werftgelände habe eine bewegte Geschichte hinter sich, hier sei eine städtische Intervention im Zwangsversteigerungsverfahren nötig und möglich gewesen. Mit dem Erwerb der Fläche werde der Industriestandort Hamburg unterstützt, außerdem gäbe es jetzt auch eine Perspektive Wertschöpfung und Arbeitsplätze zu erhalten.
Mit dem Erwerb des Werftgeländes wird auch der dauerhafte Verbleib des denkmalgeschützten Portalkrans Jucho am Neuenfelder Fährdeich gesichert. Die Stadt will jetzt versuchen, den Portalkran in die Neubebauung zu integrieren.
