Klares Signal: Breite Allianz bekennt sich zu Alpha‑E und lehnt ICE‑Neubaustrecke ab
Landkreis Harburg/Hannover. Beim Treffen im Niedersächsischen Landtag am Mittwoch haben Vertreterinnen und Vertreter von Land, Kreis, Gemeinden sowie Bürgerinitiativen unmissverständlich Position bezogen: Die Region sagt Ja zum Ausbau der bestehenden Bahnstrecke Hamburg–Hannover nach dem sogenannten Alpha‑E‑Kompromiss – und Nein zu einer neuen ICE‑Trasse.
Organisiert wurde das Treffen von Seevetals Bürgermeisterin Emily Weede und der Landtagsabgeordneten Nadja Weippert (Bündnis 90/Die Grünen). Das gemeinsame Ziel: Ein parteiübergreifendes Signal an Bund und Deutsche Bahn, dass der vereinbarte Alpha‑E‑Ausbau politisch wie gesellschaftlich fest verankert bleibt. „Es geht um die Menschen der Region und nicht um Parteipolitik“, erklärte Bürgermeisterin Emily Weede. „Wir sind sehr froh, dass wir Olaf Lies als Ministerpräsidenten an unserer Seite haben. Unser Signal an Berlin: Die Vertreter der Parteien sind sich einig.“
Neben Ministerpräsident Olaf Lies waren auch Landrat Rainer Rempe, zahlreiche Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der betroffenen Gemeinden sowie Vertreterinnen und Vertreter lokaler Bürgerinitiativen anwesend. Lies sicherte der Region erneut seine Unterstützung zu.
Landrat Rempe machte deutlich, worum es den Beteiligten geht: „Uns ist es ganz wichtig, deutlich zu machen, dass wir nicht gegen, sondern für etwas sind – und zwar für eine zeitnahe Verbesserung der Schieneninfrastruktur und damit der Situation für Pendlerinnen und Pendler.“ Er kritisierte die aktuelle Vorgehensweise der Deutschen Bahn scharf. Das Unternehmen halte trotz bestehender Beschlüsse weiter an der Idee einer Neubaustrecke fest – mit „Verkehrsprognosen, Kostenrechnungen und Zeitschienen, an denen man zu Recht zweifeln kann“. Stattdessen müsse der Ausbau der Bestandsstrecke im Rahmen der anstehenden Sanierungen 2026 und 2029 konsequent umgesetzt werden, so Rempe.
Mit dem Alpha‑E‑Projekt war 2015 ein Kompromiss gefunden worden, der mehr Kapazität auf der Bahnstrecke zwischen Hamburg, Bremen und Hannover schaffen soll, ohne neue Trassen durch bislang unberührte Landschaften zu schlagen. Dass die Bahn dennoch an Neubauvarianten arbeitet, stößt in der Region auf breite Ablehnung.
Zum Abschluss des Treffens bekräftigten die Anwesenden ihren Willen, den Dialog mit Landes‑ und Bundespolitik zu intensivieren. Ziel ist es, die Umsetzung des Alpha‑E‑Ausbaus verbindlich zu sichern – und die Region vor den Folgen möglicher Neubauplanungen zu schützen.
