Überteuerte Mikro-Apartments für TU-Studierende
Harburg. Die Technische Universität Hamburg ist sicher ein Aushängeschild für den Bezirk. Ein Blick hinter die Kulissen offenbart zum Teil aber erschreckende Zustände – vor allem was die Situation der Studierenden angeht: Von den zurzeit rund 7.500 Studierenden findet nur ein verschwindend geringer Teil einen Platz in einem Wohnheim des Studierendenwerks. Der Rest ist dem freien Markt ausgeliefert, wo so genannte „möblierte Mikro-Apartments“ zu Mondpreisen angeboten werden.
Der AStA der TUHH hat längst Alarm geschlagen und auf Einladung der Linken im Ausschuss für Bildung und Sport der Bezirksversammlung über die angespannte Situation berichtet. Von der Zimmernot seien vor allem internationale Studierende betroffen, immerhin beträgt ihr Anteil an allen TU-Studierenden rund 30 Prozent. Neben den überteuerten Mikro-Apartments gebe es vereinzelt noch Zimmer in einer WG, aber selbst ein einfaches WG-Zimmer sei warm kaum unter 850 Euro zu bekommen.
„Die Folge ist eine extreme Überbelegung“, sagt Sylvie Szagarus, bildungspolitische Sprecherin der Harburger Linksfraktion. Berichtet werde von Zuständen, in denen sich zwei bis drei Personen ein Bett teilen müssen oder elf Menschen auf gerade einmal 60 Quadratmeter zusammengepfercht leben. Szagarus: „„Diese Zustände sind absolut unzumutbar und eine Schande für den Wissenschaftsstandort Hamburg.“
Die Linksfraktion sieht dringenden Handlungsbedarf und fordert den Senat, aber auch das Bezirksamt auf, die studentische Infrastruktur endlich der gewachsenen Größe der TUHH anzupassen. Dazu gehöre die Regulierung von möbliertem Wohnraum: Die gezielte Umgehung der Mietpreisbremse durch möblierte Apartments müsse gestoppt werden.
