Meine Meinung: Die Politiker haben den guten Willen der Menschen verspielt
Kommentar. Der gute Wille der Menschen ist verspielt, aufgebraucht, weg. Dessen müssen sich die Politiker auf Bundesebene aber auch in den Ländern und der rot-grüne Senat in Hamburg endlich bewusst werden.
Als 2015 die Menschen vor dem Krieg in Syrien nach Europa flüchteten, da war die Mehrheit der Bevölkerung der Überzeugung, dass man ihnen einen sicheren Hafen bieten muss. Ja, es gab die rassistischen Schreihälse, die laut, brutal und ohne jede menschliche Anteilnahme gegen die Geflüchteten hetzten. Aber die Mehrheit, die allermeisten ganz leise, packten an, ermöglichten oder waren auch einfach nur tolerant.
Aber von Beginn an verspielten die Politiker den guten Willen der Bürgerinnen und Bürger. Bestes Beispiel die Unterkunft auf dem Schwarzenberg. Erst sollten es ein paar Wochen mit wenigen Bewohnern werden. Daraus wurden Monate, Jahre und viel mehr Bewohner. Das hat Vertrauen gekostet.
Hätten die Politiker damals endlich aufgehört so zu tun, als seien sie die großen Checker, die den Überblick und alles im Griff haben, und einfach gesagt: „Wir wissen auch nicht, was auf uns alle kommt. Wir wissen aber, dass wir diesen Menschen helfen müssen. Lasst uns gemeinsam schauen, wie wir das schaffen!“ – dann hätten sie Respekt verdient.
Die Sozialbehörde hat nun kundgetan, dass die Anmietung des Hotel Niu Quay im Binnenhafen nur von kurzer Dauer sein soll. Bis Ende des Jahres – „zunächst“, wie es in der Stellungnahme der Behörde heißt. Da hätte man kein Geheimnis drum machen müssen, wo gerade vor ein paar Wochen stolz verkündet wurde, dass die Unterkunft auf dem Schwarzenberg rückgebaut werden soll.
Nur: Wer glaubt diesem Versprechen noch?
Es ist kein Rassismus, wenn den Menschen in Harburg gerade die Hutschnur platzt. Die meisten sind immer noch der Meinung, dass Menschen, die vor Krieg fliehen, geholfen werden muss. Sie haben nur kein Vertrauen mehr in die Politiker. Jahrelange Salamitaktik, hinhalten, leere Versprechungen und Geheimhaltung haben ihre Spuren hinterlassen.
Und sie sind verzweifelt und wütend, denn sie sehen, dass solch Gebaren den Rechtsextremen in die Hände spielt und ihnen Wählerstimmen bringt.
Das ist das Resultat dieser Politik.
