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Stadt mietet neues Hotel im Binnenhafen zur Unterbringung von Geflüchteten an

| Niels Kreller | Politik
Statt Touristen und Geschäftsreisenden kommen im Hotel Niu im Harburger Binnenhafen jetzt Geflüchtete unter. Foto: Niels Kreller
Statt Touristen und Geschäftsreisenden kommen im Hotel Niu im Harburger Binnenhafen jetzt Geflüchtete unter. Foto: Niels Kreller
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Harburg. Das hatte sich die Familie Mönke, Inhaber von Paletten-Service Hamburg im Harburger Binnenhafen anders vorgestellt. Als sie vor ein paar Jahren die Pläne vorstellte, auf ihrem Gelände in der Blohmstraße ein Hotel und ein Bürogebäude mit guter Gastronomie zu bauen, da träumten sie davon, dass dies zur Belebung des Binnenhafens beitragen solle. Etwas Nachhaltiges sollte es werden, etwas, das über die Generation hinaus Bestand hat, auch etwas für Harburg und den Binnenhafen, wo die Familie fest verwurzelt ist.

Nun kommt es anders: In dem Hotel „Holiday Inn – the niu Quay“, dessen Grundstück die Mönkes an die Betreiber Novum Hospitality vor Jahren verkauft haben, ziehen nun keine Touristen und Geschäftsleute auf Reise ein, sondern der Senat und der städtische Betrieb Fördern & Wohnen haben das Hotel komplett zur Unterbringung für Geflüchtete aus der Ukraine angemietet. Und wenn es so läuft wie bisher bei Anmietungen zur Unterbringung von Geflüchteten, dann zu einem deutlich höheren Preis als normal. Von doppelt so viel pro Zimmer ist die Rede!

Schon bestätigte Buchungen wurden kurzerhand storniert. So hatte der Rotary-Club Harburg vor, dort im Oktober Rotarier-Gäste aus Frankreich unterzubringen. Daraus wird nun nichts , wie der Rotary-Club gegenüber besser-im-blick bestätigte. Nur durch Zufall erfuhren die Rotarier davon. 

Gerade noch hatte man sich darüber gefreut, dass die Unterkunft auf dem Schwarzenberg zurückgebaut wird, dass in Sachen Unterkunft für Geflüchtete in der Fegro, in der es immer wieder zu Kritik an den dortigen Verhältnissen gekommen war, Bewegung reinkommt. Da kommt nun dieser Hammer.

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Die Anmietung wirft auch ein fragwürdiges Licht auf das Finanzgebaren der Stadt. Für die öffentliche Unterbringung von Geflüchteten in Hotels zahlte Hamburg im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 69 Millionen Euro. Für einige Wohnungen wurde bis zum fünffachen der eigentlichen Miete an den städtischen Betreiber Fördern & Wohnen gezahlt. Zudem hatte die SPD angekündigt, derartige Hotelanmietungen für die Flüchtlingsunterbringung aus Kostengründen zurückzufahren. 

Bei den Mönkes trifft diese Entscheidung vorsichtig formuliert auf Unverständnis. „An die Situation auf dem Schwarzenberg haben sich die Harburger nach vielen Jahren gewöhnt, die Containeranlage kann man gut auch noch zwei Jahre verlängern“, sagt Ingo Mönke. „Aber jetzt auch noch einen aufstrebenden Binnenhafen in der weiteren Entwicklung zu beeinträchtigen ist schon ungeheuerlich“ Und zwei Jahre seien ja nur der Anfang.

„Selbstverständlich ist es für uns wichtig, dass Kriegsflüchtlinge hier bei uns in Deutschland Sicherheit und Unterkunft bekommen“, sagt Ingo Mönke gegenüber besser-im-blick. „Das Containerdorf auf dem Schwarzenberg haben wir immer auch als Familie unterstützt. An das haben wir uns doch ehrlich gesagt auch schon fast gewöhnt. Und das hätte auch noch zwei Jahre bleiben können.“

„Das würde sich bestimmt in der Hafencity niemand trauen, aber mit den Harburgern kann man es ja mal wieder machen. Ich kann nicht beschreiben, wie wir uns fühlen, aber es fühlt sich nicht gut an!“, stellt Mönke traurig fest. 

„Das ist eine schwierige Situation für Harburg“, sagt Sören Schumacher gegenüber besser-im-blick, der selbst von der Nachricht überrascht wurde. „Die Gesamtsituation, was die Unterbringung von Geflüchteten angeht, ist in Hamburg nach wie vor schwierig. Bezüglich dieses Standortes erwarte ich, dass die Behörde zeitnah die Bürgerinnen und Bürger informiert. Ich gehe davon aus, dass die Zusagen zur Schließung von Unterbringungen in Harburg, insbesondere auf dem Schwarzenberg, eingehalten werden und bezüglich der angekündigten Veränderungen bei der Fegro ebenso.“

Auch im Bezirksamts wusste man offensichtlich nichts vom Deal mit dem Hotel. „Bisher ist mir davon nichts bekannt gewesen und im Bezirksamt wohl auch sonst niemanden“, sagt Bezirksamtsleiter Christian Carstensen gegenüber besser-im-blick. „Ich werde mich morgen darum kümmern, aber es liegt nicht im Zuständigkeitsbereich des Bezirksamtes, Zuständig ist die Sozialbehörde.“

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