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Angeschlagene Towers ohne Energie in Gießen

| Niels Kreller | Sport

Wilhelmsburg/Gießen. Sichtlich angeschlagen haben die Hamburg Towers bei den JobStairs Giessen 46ers mit 100:73 (25:26, 45:35, 74:58) die bisher höchste Niederlage in dieser easyCredit BBL Saison hinnehmen müssen. Während die Hamburg Towers gleich auf drei Leistungsträger verzichten mussten, starteten die JobStairs Giessen 46ers mit einem kurzfristigen Neuzugang in die Partie – die Verpflichtung des lettischen Nationalspielers Martins Laksa wurde erst am Spieltag bekannt gegeben. Doch trotz personeller Unterzahl begannen die Hanseaten mit viel Einsatz – Max DiLeo schmiss sich über die Werbebande nach einem Ball.

Den besseren Start erwischten dennoch die Hausherren, die schnell mit 12:0 in Führung gingen. Bei den Wilhelmsburgern fehlte es an Genauigkeit im Abschluss – Maik Kotsar verpasste drei Korbleger, Justus Hollatz ließ zwei Freiwürfe ungenutzt. Erst nach vier Minuten leuchteten die ersten Towers-Punkte auf der Anzeigetafel. Davon beflügelt legte das Team von Pedro Calles einen 8:0-Zwischenspurt auf das Parkett. Doch auf den Anschluss ließen die Gießener ihrerseits einen Lauf folgen. Weil aber Caleb Homesley zwei schwierige Dreier traf und auch Eddy Edigin sehr präsent agierte, schlossen die Hamburg Towers das erste Viertel sogar mit einer Führung ab.

Der zweite Abschnitt startete zerfahren, die 170 Fans in der Gießener „Sporthölle“ sorgten für noch mehr Unruhe. Und davon profitierten erneut die Gastgeber, die mit einem nächsten 12:0-Lauf die Partie wieder an sich rissen. Mit etwas Glück bugsierte Maik Kotsar nach fünf Minuten den Ball für die Towers wieder durch die Reuse und initiierte damit erneut einen kleinen Hamburger Lauf. Weil die Hanseaten anschließend aber viel zu überhastet agierten und die Dreierquote bis zur Halbzeit auf 31 Prozent sank, ging es mit einem zweistelligen Rückstand in die Halbzeit.

Und auch nach dem Seitenwechsel prägten zunächst nur die 46ers das Spielgeschehen. Das Team von Pete Strobl setzte sich nur zweieinhalb Minuten nach Wiederbeginn auf mehr als 20 Zähler ab. Mit verbesserter Defensive und klareren Aktionen im Angriff drückten die Hamburger ihre Hypothek dank eines 12:0-Runs wieder in den einstelligen Bereich, auch weil Jaylon Brown als Topscorer ein gelungenes Comeback feierte. Doch wie schon zuvor fiel das Momentum in der Folge reihenweise überhasteten Abschlüssen zum Opfer. Das machten sich die 46ers erneut zunutze und bauten ihre Führung zum Ende des dritten Viertels auf 16 Punkte aus.

Dass die Towers den Schlussabschnitt mit drei Ballverlusten begannen, schmälerte die Hoffnung auf ein Comeback auf ein absolutes Minimum. Doch aufgeben wollten sich die Wilhelmsburger nicht. Jaylon Brown und Caleb Homesley reduzierten den Rückstand Mitte des vierten Viertels noch einmal auf 13 Punkte. Doch in den letzten fünf Minuten passierte erneut das, was die Towers in den ersten Abschnitten bereits mehrfach ins Hintertreffen gebracht hatte – zu viele Ballverluste, zu viele überhastete Abschlüsse und zu viele Lücken in der Defensive als Ausdruck der offensichtlich fehlenden Energie personell dezimierter Hamburg Towers.

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