Neun tapfere Wilhelmsburger kurz vor der Sensation - Aber Paris Basketball siegt
Paris/Wilhelmsburg. Vorgenommen hatten sich die Veolia Towers so einiges. Doch eine um sich greifende Erkältungswelle stellte die Hanseaten bei Paris Basketball vor eine fast unmögliche Aufgabe. Außer auf dem in Hamburg gebliebenen Lukas Meisner mussten auch Seth Hinrichs und Marvin Clark II kurzfristig aussetzen – mit dem gerade genesenen Leif Möller (Zerrung im Oberschenkel) und Michal Kozak standen Raoul Korner in der französischen Hauptstadt nur neun Akteure zur Verfügung. Das Ergebnis: Gastgeber Paris Basketball 87:84 bezwang die Veolia Towers Hamburg (12:22, 33:43, 67:58).
Die Wilhelmsburger starteten trotz schwieriger Rahmenbedingungen – technischen Störungen und frostigen Temperaturen – sehr konzentriert. Paris dagegen begann fahrig, leistete sich reihenweise Ballverluste. So brachte der zweite Distanztreffer von Ziga Samar eine Neun-Punkte-Führung. Einzig die vielen Fouls im ersten Viertel auf Hamburger Seite bereiteten dem dezimierten Aufgebot Probleme. Dennoch konnten die Towers, die zwischenzeitlich sogar mit 13 Zählern vorn lagen, eine zweistellige Führung aus dem ersten Abschnitt mitnehmen.
Den mehr als couragierten Auftritt setzten die Towers zu Beginn des zweiten Viertels nahtlos fort. Gutes Stellungsspiel und aufmerksame Rotationen am defensiven Ende, viel Geduld und Übersicht im Angriff. Getreu dem Motto, wer nichts zu verlieren hat, kann nur gewinnen, agierten die Hamburger vor den Augen zweier direkt am Spielfeldrand sitzender Towers-Fans mit viel Selbstvertrauen. Bis auf 18 Punkte bauten die Korner-Schützlinge ihren Vorsprung aus. Zwar fand auch Paris in kurzen Phasen immer wieder einen Abschluss.
Doch angeführt von den sehr aktiven Ziga Samar und Christoph Philipps, die beide zehn Punkte vor der Pause auflegten, hielten die Hamburger die Hausherren auf Distanz. Mit einem 9:0-Lauf demonstrierte Paris in den letzten zwei Minuten vor der Halbzeit dann aber, wie schnell die Partie auch kippen kann. Weil aber Yoeli Childs ebenso schnell schaltete und den Ball mit der Schlusssirene noch einmal durch die Reuse beförderte, blieb die Führung zweistellig.
Auch der Wiederbeginn verzögerte sich, weil die Spieluhr streikte. Dann dauerte es nicht einmal 60 Sekunden und Paris schloss mit zwei Distanztreffern – darunter auch die ersten Punkte von Kyle Allman – direkt auf. Die Towers dagegen fanden keinen Rhythmus mehr. Während die Hausherren das Tempo bestimmten, wirkte das Spiel der Gäste indes statisch. Mitte des dritten Viertels übernahm Paris zum ersten Mal die Führung. Nachdem sich Allman mit zwei Offensivfouls selbst wieder aus der Partie genommen hatte, dominierte nun Kamagate.
Der 21-jährige Franzose nutzte seine Größenvorteile immer wieder zu einfachen Punkten am Korb. Und auch als der 2,11-Meter-Riese auf der Bank Platz nahm, blieb das Momentum auf Pariser Seite. Den Towers schien nach der sehr guten ersten Hälfte zunehmend, aufgrund der kurzen Rotation die Spritzigkeit zu fehlen. Das dritte Viertel ging mit 34:15 an die Gastgeber.
Der ebenfalls angeschlagen in die Partie gegangene Kendale McCullum versuchte zu Beginn des Schlussabschnitts, das Tempo im Spiel der Wilhelmsburger wieder deutlich anzuziehen. Doch die daraus resultierenden freien Würfe fanden nicht ins Ziel. Stattdessen näherte sich Allman mit seinem mittlerweile dritten Dreier seinem Saisonschnitt an und brachte Paris auf 14 Punkte weg. Die Hamburger gaben aber weiter nicht auf, verfolgten jede noch so kleine Chance, den Anschluss wieder herzustellen. Ein Dreier von McCullum leitete eine Drangphase der Towers ein, die Yoeli Childs mit zwei Powerplays krönte. Die Hanseaten schlossen bis auf zwei Zähler auf und schnupperten wieder an der Sensation.
Auch einen 7:0-Run der Hausherren konnten die Wilhelmsburger mit eigenen sieben Zählern in Serie egalisieren. Nervenstark hielten McCullum und Childs ihr Team auch in der Crunchtime in Lauerstellung. Mit noch 14,7 Sekunden auf der Uhr brachte Allman Paris von der Freiwurflinie auf drei Punkte in Front. Daraufhin liefen die tapferen Towers zwar noch einmal an, das Glück war den Tüchtigen in den letzten Sekunden aber nicht hold.