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Sparkasse zeigt sich zufrieden aber nicht euphorisch über das Jahr 2021

| Niels Kreller | Wirtschaft
Zufrieden blicken Sonja Hausmann und Andreas Sommer vom Vorstand der Sparkasse Harburg-Buxtehude auf das vergangene Jahr zurück. | Foto: NIels Kreller
Zufrieden blicken Sonja Hausmann und Andreas Sommer vom Vorstand der Sparkasse Harburg-Buxtehude auf das vergangene Jahr zurück. | Foto: NIels Kreller

Harburg Stadt & Land. „Nicht euphorisch, aber zufrieden und anders als erwartet“, zeigten sich Andreas Sommer und Sonja Hausmann vom Vorstand der Sparkasse Harburg-Buxtehude auf der alljährlichen Bilanz-Pressekonferenz über die Entwicklungen des vergangenen Jahres. Trotz Pandemie konnte das Kreditinstitut seine Bilanzsumme unterm Strich um 6,5% von rund 4,33 Milliarden auf rund 4,61 Milliarden Euro steigern – ein Zuwachs von 282 Millionen Euro.

Allerdings beherrscht auch in der Sparkasse aktuell ein Thema die Gedanken um das kommende Jahr und den Ausblick darauf: der Krieg in der Ukraine. Zwar sind laut Auskunft des Vorstandes nur etwa 40 Kunden der Sparkasse direkt von den Sanktionen gegen Russland betroffen, aber das Gesamt macht wohl schon ein bisschen Sorgen. „Wir glauben, dass die Wirtschaft nicht so einbrechen wird wie in der Corona-Pandemie“, sagte Andreas Sommer. „Aber die Nachwirkungen werden uns länger beschäftigen.“ Man werde dort unterstützen, wo man es könne und es die Aufgabe der Sparkasse sei, so Sommer weiter.

Drei Faktoren waren ausschlaggebend für das gute Ergebnis

Zur Entwicklung im vergangenen Jahr betonte Sonja Hausmann, dass die Sparkasse Harburg-Buxtehude einen regionalen Auftrag habe. Deshalb verfolge man eine risikobewusste und verantwortungsvolle Geschäftspolitik und so habe man sich bei der Sparkasse auch schon in der Vergangenheit gegen Spekulation und für Kundenkredite entschieden.

Von drei Faktoren, so Hausmann weiter, werde das gute Ergebnis getragen; einem stabilen Immobiliengeschäft, einem guten Kreditwachstum bei den Firmenkunden und sehr guten Ergebnissen im Wertpapier- und Versicherungsgeschäft. Erfreulich sei bei den Kundenkrediten, dass es in der Pandemie weder bei Firmen- noch bei Privatkunden zu nennenswerten Ausfällen gekommen sei. Im Wertpapiergeschäft könne man feststellen, dass es auch aktuell zu keinen Panikverkäufen käme. Und im vergangenen Jahr hat die Sparkasse die Provisionserträge in diesem Bereich um 29 Prozent auf 10 Millionen Euro steigern können und im Versicherungsgeschäft um 20 Millionen auf 91,1 Millionen Euro.

Das Immobiliengeschäft läuft bei der Sparkasse. „Hinter uns liegt erneut ein Immobilien-Boomjahr“, stellte Sonja Hausmann fest. Das niedrige Zinsniveau und der erhebliche Anlagedruck führten zu einer stabilen hohen Nachfrage. Aber: „Es mehren sich die Anzeichen, dass es so nicht weitergehen kann“, führte Hausmann aus.

Trotz Ausbau des digitalen Bereichs keine Schließung von Beratungscentern

Ein wichtiger Innovations-Bereich in der Kommunikation mit den Kunden ist bei der Sparkasse schon seit Jahren das mediale Banking. Und auch hier herrscht Wachstumsstimmung: „Die Zahlen sprechen für sich“, so Andreas Sommer. „77 Prozent aller Sparkassen-Card-Zahlungen und 67 Prozent der Kreditkarten-Zahlungen werden bereits kontaktlos durchgeführt.“ Die Kunden der Sparkassen hätten insgesamt knapp 200.000 Konten für das Online Banking freigeschaltet. Und auch für Beratungen würden immer häufiger mediale Kanäle genutzt.

Trotzdem, so Sommer und Hausmann, halte man sich an das gegebene Versprechen, bis Ende 2023 keine der 20 Beratungscenter und 27 SB-Center zu schließen. Allerdings: „Das Kundenverhalten hat sich geändert, es geschieht mehr digital. Deshalb werden wir in Teilen auf die Service Zeiten der Beratungscenter schauen“, so Sommer. Damit einher geht auch die Anzahl der Mitarbeiter, die relativ konstant bei ca. 650 liegt. Es seien nur rund 15 weniger als vor einem Jahr, führte Sommer aus. Und das seien auch keine betriebsbedingten Kündigungen gewesen, sondern nur nicht wieder besetzte Stellen.

Nachhalttigkeit und gesellschaftliches Engagement

Ein wichtiger Punkt für Sommer und Hausmann ist das Thema Nachhaltigkeit. „Aus unserer Sicht ist es eine der wichtigsten Aufgaben, nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Welt zu hinterlassen.“ So würden seit Jahresbeginn alle Standorte mit Ökostrom versorgt und der Fuhrpark würde sukzessive auf umweltfreundliche Alternativen umgestellt. Den Mitarbeiter wurden beispielsweise die Möglichkeit eines Fahrrad-Leasings geboten.

Den Anspruch der Sparkasse als ein regionales Kreditinstitut spiegelt sich auch im gesellschaftlichen Engagement wieder. 1,2 Millionen Euro hat die Sparkasse Harburg-Buxtehude im vergangenen Jahr in Form von Spenden und Sponsoring an Vereine und Institutionen ausgeschüttet. Das sind noch einmal 100.000 Euro mehr als in 2020. Damit konnten 430 Projekte unterstützt werden. In diesem Jahr werde es 50.000 Euro speziell für nachhaltige Projekte geben.

Was bringt 2022?

Für das Jahr 2022 prognostizierten Sommer und Hausmann, dass die Inflationsrate bei mindestens 5 Prozent liegen wird. „Die Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche Entwicklung bleibt hoch“, führten die beiden aus.

Was die Niedrigzinsphase angeht, rechnen die beiden frühestens Ende des Jahres mit einem Schritt in Richtung der Null seitens der EZB. Die Negativzinsen seien an den Zinssatz der EZB gekoppelt, führten Sommer und Hausmann aus. Aber erst ab einem Volumen von 100.000 Euro bei Ehepaaren und 50.000 Euro bei Alleinstehenden würde die Sparkasse Harburg-Buxtehude sie erheben.

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