Generation Z ist toll, nur anders
Tostedt. Sie sind die ersten, die komplett in einer digitalen Welt aufwachsen. Handy, Smartphone und Internet sind für sie Selbstverständlichkeiten, in den sozialen Netzwerken scheinen sie manchmal geradezu zu leben. Und sie haben ganz andere Einstellungen und Ansprüche an ihr Leben als ihre Eltern – auch in der Arbeitswelt: Die Angehörigen der Generation Z strömen auf den Arbeitsmarkt. Was das eigentlich konkret bedeutet und welche Herausforderungen für Unternehmen damit verbunden sind, war jetzt Thema bei einer Veranstaltung der Reihe „Wirtschaftsförderung vor Ort“ in Tostedt.
Das Interesse war groß: Rund 45 Unternehmerinnen und Unternehmer nahmen an der ausgebuchten Veranstaltung der Stabsstelle Kreisentwicklung/Wirtschaftsförderung des Landkreises Harburg und der Samtgemeinde Tostedt teil. Die Veranstaltung fand unter dem Motto „Generation Z – Wie sie tickt, was sie antreibt und warum Sie unbedingt darauf vorbereitet sein sollten“ bei der Fima Marcus Marquardt Bedachungen statt.
Über eigene Erfahrungen mit der Generation Z innerhalb seines Unternehmens und des 19-köpfigen Teams berichtete Marcus Marquardt in einem Best-Practice-Bericht und gab praktische Tipps und Anregungen. Dabei ging er auch auf Aktivitäten zur Nachwuchsgewinnung und für ein gutes Betriebsklima ein, um Mitarbeiter langfristig an den Betrieb zu binden. Regelmäßige Firmenfeste sorgen bei ihm für ein gutes Zusammengehörigkeitsgefühl über die Generationen hinweg. Marcus Marquardt schilderte, dass er beispielsweise allen Mitarbeitern eine kostenlose betriebliche Krankenzusatzversicherung anbiete. Auf Baustellen wird vielfach nicht mehr mit Stift und Papier, sondern digital mit Tablet und Laptop gearbeitet. „Das kommt insbesondere bei den jungen Mitarbeitern gut an“, schilderte der Unternehmer.
Im Anschluss zeichnete Wiebke Krohn, Arbeitgeberberaterin für Personalentwicklung und soziale Innovation beim Arbeitgeberverband Lüneburg Nordostniedersachsen, in ihrem Expertenvortrag ein anschauliches Bild der Generation Z. Sie zeigte auf, auf was es den ab etwa 1995 geborenen Frauen und Männer ankommt und auf was Unternehmen achten müssen, um die Generation Z effektiv einzubinden. „Das ist eine tolle Generation, nur so ganz anders“, sagte Wiebke Krohn mit einem Augenzwinkern.
Die Generation Z sei als erste komplett digital aufgewachsen. „Leben und arbeiten im fließenden Prozess“, das kennzeichne die Generation. Für sie stehe das Bedürfnis nach Sicherheit und Stabilität neben dem Wunsch nach Abwechslung und Selbstverwirklichung, erläuterte Wiebke Krohn. So seien auch Entwicklungs- und Selbstverwirklichungsmöglichkeiten wichtiges nonmonetäres Entscheidungskritierium bei der Wahl eines Arbeitgebers. Wie sie es durch ihre Aktivität in sozialen Netzwerken gewohnt seien, wünschten sich die Frauen und Männer auch in der Arbeitswelt regelmäßiges Feedback.
Abschließend wurden Förderprogramme vorgestellt, die speziell kleine und mittlere Unternehmen bei der Personalführung/-entwicklung unterstützen.