Erfolgreiche Renaturierung: Der Aubach erwacht zu neuem Leben
Wulfsen. Es ist ein friedliches Bild, eine Idylle: Langsam schlängelt sich der Aubach bei Wulfsen zwischen Wiesen und Wäldern entlang. Kiesflächen bieten Lebensraum für Bachforelle, Köcherfliege & Co., größere Steine lenken die Strömung. Ein typischer Heidefluss wie aus dem Bilderbuch eben. Doch das ist noch nicht lange so: Über Jahrzehnte war der Aubach begradigt, bot nur wenig Lebensraum. Erfolgreich hat der Landkreis Harburg nun ein gut 100 Meter langes Flussstück renaturiert. Weitere 100 Meter hat zuvor der Kreisverband der Wasser- und Bodenverbände Harburg renaturiert. Dafür wurden Euro investiert,
Der Aubach mit seiner Quelle bei Garlstorf fließt über Toppenstedt durch Wulfsen, bis er schließlich in die Luhe mündet. Begradigungen hatten den Aubach wie so viele Flüsse bundesweit an vielen Stellen zu einem monotonen Lebensraum werden lassen. Über Jahrzehnte hatte die Natur an dem Gewässer bei Wulfsen so kaum eine Chance. Eine steile Böschung begrenzte den Flusslauf, der durch die Wiesenlandschaft entweder geradezu hindurchschoss oder bei Niedrigwasser fast stand. Die Gewässersohle war stark versandet, immer stärkere Erosionen in der Sohle und den Böschungen waren ebenso weitere Folgen wie eine Armut an Lebewesen.
Durch die Renaturierung wird der Aubach in wertvollen Abschnitten wieder ein lebendiges Gewässer mit vielfältigen ökologischen Funktionen, in dem sich die Bachforelle ebenso wohlfühlt wie das Bachneunauge.
das gelingt, hat der Landkreis Harburg rund 80 Kubikmeter Kies auf der Sohle und als uferbegleitende Maßnahme einbauen lassen – immerhin rund 160 Tonnen. Kleine Trichter und Inseln sind im Flusslauf ebenso entstanden wie Kiesbänke. Diese Kiesbänke bilden auch die Kinderstube für Fische und Libellen. Vereinzelt verbautes Totholz dient als Schutz und Unterstand für Fische. Auch Kleinstlebewesen und sogenannte Wirbellose wie Köcher- und Eintagsfliege finden nun im Aubach einen Lebensraum. Sie sind nicht nur Nahrungsgrundlage für die Fische, sondern filtern das Gewässer, dienen sozusagen als natürliche Kläranlage.
Gröbere Steine, wechselseitig alle zehn Meter an den Ufern eingebaut, lenken die Strömung. Sie sorgen für stetige Bewegung – und dadurch auch für Sauerstoffeintrag in den Fluss. Der mit dem Wasser heranfließende Sand wird verwirbelt, damit er nicht im Bachbett liegenbleibt. Gleichzeitig erhält der Aubach so einen geschlängelten Verlauf.
Die Böschung ist abgeflacht, Flachwasserbereiche sind entstanden. Für die Zukunft setzt der Landkreis auf die natürliche Selbstregulierung.