Parteiprominenz auf dem Binnenhafenfest - aber keine Blumen und keine Flyer
Harburg. Es wäre eine maßlose Übertreibung, zu behaupten, die Veranstalter des Harburger Binnenhafenfestes von der Kulturwerkstatt Harburg und dem Museumshafen Harburg wären erfreut darüber, dass einige Parteien im Endspurt des Wahlkampfes angekündigt haben, das Fest am Sonntag zu besuchen. Denn eigentlich wollen die Veranstalter Parteipolitik vom Binnenhafenfest fernhalten.
Da hatte man die Rechnung aber ohne die SPD gemacht, die als erstes einen Besuch ankündigte. Immerhin hatte sie jemand Großen anzubieten. Nicht Spitzenkandidat Frank Richter, der zwar auch da sein wird, sondern den Ersten Bürgermeister der Hansestadt, Dr. Peter Tschentscher. Der besucht am Sonntag um 13 Uhr zum ersten Mal das große Fest in Harburgs Hafen.
„Wir hätten uns sehr gefreut, wenn der Bürgermeister in dieser Funktion das Fest eröffnet hätte“, sagt Werner Pfeifer von der Fischhalle Harburg und dem Veranstaltungsteam. „Anstatt zum Wahlkampfmachen vorbeizukommen.“ Ein Wermutstropfen aber gibt es: Weder werden Wahlkampfmaterialen verteilt werden noch die obligatorischen Blumen, mit denen Tschentscher und die SPD sonst bei solchen Gelegenheiten durch die Stadtteile ziehen. „Wir haben mit der SPD besprochen, dass sie keine Schnittblumen verteilt, da dies nicht in unser Nachhaltigkeitskonzept passt“, berichtete Martina Siebert von der Kulturwerkstatt.
Die Grünen ließen sich nicht lange lumpen und zogen nach: Um 14:30 Uhr am Sonnabend schlendern sie mit der Zweiten Bürgermeisterin in Parteifreundin Katharina Fegebank über das Fest.
Da konnte die CDU nicht nachstehen: Sie werden am Sonntag, auch um 13 Uhr, das Fest besuchen. Da die Christdemokraten nun einmal keinen Hamburger Bürgermeister zur Hand haben, müssen sie sich mit der Hamburger Europakandidatin Dr. Freya Gräfin Kerssenbrock zufriedengeben.
Mit allen Parteien ist besprochen, dass es kein Verteilen von Wahlkampfmaterialen gibt. Natürlich können Gespräche geführt werden. „Wir können niemandem verbieten, das Fest zu besuchen“, stellt Werner Pfeifer fest. Und im Grunde ist es ja auch gut, dass endlich mal ein Hamburger Bürgermeister – nein – gleich zwei vorbeischauen. Und vielleicht kommen sie ja auch im kommenden Jahr zur Eröffnung oder gar auch im Jahr 2026, wenn gerade mal kein Wahljahr ist.
