Menschen. Fakten. Meinungen. Warum es plötzlich doch eine Alternative zum Mega-Campus Hanhoopsfeld gibt
Harburg braucht eine weitere neue Grundschule, um dem Schülerwachstum in der Region gerecht zu werden - Das ist lange bekannt und allseits akzeptiert. Anders die Frage, wo dieser Standort entstehen soll. Auf dem Campus der Lessing-Stadtteilschule und des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums am Hanhoopsfeld – so der Vorschlag der Schulbehörde. Seit 2019 habe man nach einem Standort gesucht. Geprüft wurden neben dem Standort Hanhoopsfeld auch der ehemalige Grundschulstandort der katholischen Schule am Reeseberg. Zudem sei in Erwägung gezogen worden, die Grundschule Kapellenweg zu erweitern. Das scheide jedoch aufgrund der Grundstücksgröße, dem Denkmalschutz und dem vorhandenen Baumbestand aus.
So die Antwort des Senats auf meine schriftliche kleine Anfrage im März dieses Jahres ( 22/14679). Nun die Rolle rückwärts. Hieß es eben noch, eine Erweiterung der Grundschule Kapellenweg am Standort komme nicht in Frage, wird genau diese Option jetzt als neue Lösung propagiert. Die Grundschule Kapellenweg, soll dort, wo sie ist, von vier auf sechseinhalb Züge erweitert werden. Das ist eine sehr erfreuliche Nachricht für die Schulgemeinschaften – nicht nur der Grundschule Kapellenweg, sondern auch der Lessing-Stadtteilschule und des Alexander-von Humboldt-Gymnasiums.
Der ursprüngliche Plan der Schulbehörde hätte einen Mega-Campus mit über 2700 Schülerinnen und Schülern entstehen lassen. Denn neben der Ansiedlung des neuen Grundschulstandorts auf dem Gelände müssten auch die bereits dort ansässigen weiterführenden Schulen künftig mehr Schülerinnen und Schüler aufnehmen, um dem starken Schülerwachstum in Harburg gerecht zu werden.
Der Elternrat der Schule Kapellenweg hatte Widerspruch eingelegt und auch von Seiten der weiterführenden Schulen hatte es eine Menge Kritik gegeben. Zu eng, zu voll, zu hohes Konfliktpotential. Als CDU-Fraktion haben wir die Eltern von Anfang an mit allen Mitteln und Möglichkeiten einer Opposition unterstützt.
Ich freue mich daher sehr, dass die Proteste jetzt erfolgreich waren und die Behörde von ihrem ursprünglichen Plan Abstand genommen hat. Es ist eine bessere Lösung für alle Beteiligten und zeigt, dass die lokale Expertise wichtig ist. Nun gilt es, am Standort Hanhoopsfeld den jetzt wieder freien Sportplatz für noch mehr Gemeinschaft unter den Schulen zu ertüchtigen. Hier können Bezirk und Schulbehörde mal zeigen, wie Zusammenarbeit funktioniert.
Bleibt die Frage, warum es nur auf diesem Weg möglich war, zu einer Lösung zu kommen. Hätte man die Bezirkspolitiker und die Schulgemeinschaften frühzeitig in die Planungen eingebunden, wäre allen Seiten viel Frust und eine Menge Arbeitszeit erspart geblieben. Anzustreben ist eine funktionierende regionale Beteiligung in der Schulentwicklungsplanung – wie von der CDU-Fraktion schon lange gefordert (Drs. 22/15252). Dafür werde ich mich auch weiterhin stark machen.
