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Binnenhafen: Bezirk will Spekulation stoppen – aber wie?

| Andreas Göhring | Politik
Am Eingang zum Binnenhafen: Industrieruine und wilder Wald. Foto: Stefan Trottnow
Am Eingang zum Binnenhafen: Industrieruine und wilder Wald. Foto: Stefan Trottnow
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Harburg. Der Harburger Binnenhafen ist eines der erfolgreichsten Projekte der Hamburger Stadtentwicklung und damit ein Aushängeschild für den gesamten Bezirk. Als i-Tüpfelchen fehlt ihm nur noch ein einladendes und repräsentatives Eingangsportal. Die Pläne dafür sind seit Jahren fertig. Doch statt Hunderten von Wohnungen in anspruchsvoller Architektur, einem Hotel und viel mehr urbanem Flair sieht man einen gigantischen Lost Place mit Broken-Window-Schick, mehr Schmier als Graffiti und einem wilden Wäldchen. Der Bezirk hat den Zugriff verloren und muss hemmungslosem Spekulantentum tatenlos zusehen.

Damit soll jetzt Schluss sein. Die Bezirksversammlung hat die Faxen dicke – und zwar hundertprozentig. Ohne eine einzige Gegenstimme beschloss sie einen gemeinsamen Antrag von SPD und den Grünen, in denen die Behörde für Stadtentwicklung aufgefordert wird, über mögliche Verhandlungen mit Investoren oder über andere Möglichkeiten zur Beendigung des jetzigen Zustands zu berichten.

Vor gut zehn Jahren hatte sich ein Projektentwickler das ehemalige Bahngelände an der Ecke Neuländer Straße/Hannoversche Straße gesichert und Pläne für das Neuländer Quarree mit bis zu 400 Wohnungen, mindestens einem Hotel, einer Kita und einem Gewerberiegel präsentiert, der das neue Quartier gegen das benachbarte Chemie-Unternehmen abschirmen sollte.

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Kaum war ein Bebauungsplan in Sicht wurde das gesamte Projekt veräußert. Neue Gesichter tauchten auf, einer fuhr sogar mit einem roten Ferrari vor dem Harburger Rathaus vor, Stadtentwicklung war für sie zweitrangig, einzig der schnöde Mammon zählte. Dann kam Christoph Gröner, einer der bekanntesten und zugleich umstrittene Immobilienunternehmer und griff sich gleich noch die benachbarte New-York Hamburger-Ruine. Er kam nicht mit dem Ferrari, spendierte lieber öffentlichkeitswirksam fürs Harburg Huus.

Dann wechselten die Eigentümer oder zumindest die Beteiligungen an weiteren Projektentwicklern, jedesmal mit einer neuen Bewertung der Projekte, was zwar die Kreditwürdigkeit erhöhte, nur das Quarree und die alte New-York Hamburger blieben „Bauvorhaben“. Frank Richter, SPD-Fraktionschef und langjähriger Vorsitzender des Harburger Stadtentwicklungsausschusses nennt das alles beim Namen: „Das ist massive Spekulation.“

2024 musste die Gröner Group GmbH Insolvenz anmelden, Anfang 2025 folgte Gröners vorläufige Privatinsolvenz. Doch das hat ihn nicht gestoppt. Mit der neu geschaffenen Immobilienholding CGRE AG versucht er laut Manager Magazin den Neustart und hat sich den Ex-Bahn-Vorstand Ronald Pofalla als Vorstandsmitglied gesichert.

Die Stadt Hamburg sucht nach Möglichkeiten, derartigen Stillstand zu stoppen und hatte vor rund zwei Jahren Voruntersuchungen zu einer Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme im östlichen Binnenhafen eingeleitet. Sie soll eigentlich dazu führen, dass die Stadt ihre städtebaulichen Vorstellungen konzeptionell geschlossener und rascher verwirklichen kann als über die Bauleitplanung. Dazu könnte sie auf ein Vorkaufsrecht pochen und unter größten Auflagen sogar Enteignungen vornehmen.

Doch diese Hoffnung ist offenbar geplatzt. Die Stadtentwicklungsbehörde hat schon 2025 verkündet, dass sie den letzten Schritt für eine Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme nicht gehen will. Jetzt steht wieder alles auf Null.

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