Buchholz bleibt bunt - CSD in Buchholz setzt Zeichen
Buchholz. Beim zweiten Christopher Street Day sind am Samstagmittag in Buchholz mehr als 300 Menschen für die Rechte queerer Personen auf die Straße gegangen. Die Demonstration stand unter dem Motto „Buchholz bleibt bunt" und „Keine Rosa Listen, keine Trans-Register".
"Gerade im ländlichen Raum ist es wichtig, Präsenz zu zeigen", sagt Charlotte Dörflein vom Verein Queer Nordheide. „Wenn man sich zum Beispiel das Wahlverhalten im ländlichen Raum im Vergleich zu Großstädten anguckt, sind ländliche Städte rechter und die queere Präsenz dort nicht so groß."
Die Organisatorin berichtete zudem von persönlichen Erfahrungen mit Anfeindungen abseits der Demonstration. „Wenn ich zum Beispiel auch hier in Buchholz mit einem Button herumlaufe, wo ein Regenbogen drauf ist, dann kriege ich Beleidigungen", sagt sie. Auch im Vorfeld der Veranstaltung habe es online negative Reaktionen gegeben. „Es gab definitiv viel Gegenwind und viele negative Äußerungen", so Dörflein.
Bei der lauten und bunten Demonstration machten die Teilnehmenden auf mögliche Änderungen am Selbstbestimmungsgesetz aufmerksam, durch die aus Sicht der Veranstalter Daten von trans- und nicht-binären Personen erfasst werden könnten. Charlotte Dörflein verwies auf die historischen sogenannten Rosa Listen aus der Zeit des Nationalsozialismus, mit denen homosexuelle Männer erfasst und später verfolgt worden seien.
Die Demonstration in Buchholz verlief nach bisherigen Erkenntnissen komplett friedlich.
