Abrigado: CDU fordert schnelle Übergangslösung
Harburg. Nach den Schüssen auf dem Schwarzenberg in Nähe der Drogenhilfeeinrichtung Abrigado ist die Diskussion um die Einrichtung und den Standort im vollen Gange (besser-im-blick berichtete). Die Harburger CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Birgit Stöver fordert nun eine schnelle Übergangslösung. Aus Sicht der CDU sei die Ankündigung des rot-grünen Senats, den Standort 2028 zu verlagern, eine Hängeparty und nicht hinnehmbar.
„Die Zeit der rot-grünen Ausreden und Alibis ist vorbei. Denn die Zustände am aktuellen Standort in der Schwarzenbergstraße sind für die Betroffenen vor Ort längst nicht mehr tragbar“, sagt Birgit Stöver. Es brauche unverzüglich eine Übergangslösung. „Dies würde sowohl den Betroffenen vor Ort Ängste und Sorgen nehmen als auch den Klienten des Abrigado die gebotene Betreuung bis zum Bezug des neuen Langzeitstandortes garantieren.“
Auch Simon Dhemija, Fraktionschef Die Linke Harburg, kritisiert den Zeitplan: „Wir stellen schon fest, dass der derzeitige Zeitplan der Sozialbehörde nicht zur angespannten Lage vor Ort passt. Wenn der Neubau erst Ende 2028 fertiggestellt werden soll, braucht es für die Zwischenzeit eine tragfähige Lösung.“ Dabei habe der Schutz von Kindern und Jugendlichen, der Angestellten des Abrigados, der suchtkranken Menschen und Anwohnenden für seine Fraktion oberste Priorität. „Insofern ist die Idee einer Interimslösung grundsätzlich kein falscher Ansatz.“
Die CDU schlägt als Übergangslösung eine modulare Bauweise bzw. eine Containeranlage vor. Der Standort müsse für die Zielgruppe gut erreichbar sein, dürfe aber nicht in unmittelbarer Nähe zu Schulen und Kindertagesstätten liegen. „Für diesen Interimsstandort müssen Senat, Bezirksamt, Polizei, der Trägerverein, Straßensozialarbeit und etwaige Einrichtungen im Umfeld zugleich gemeinsam ein verbindliches Sicherheits-, Verkehrs- und Umfeldkonzept erarbeiten“, fordert Birgit Stöver.
Für den geplanten Standort an der Buxtehuder Straße seien weiterhin zahlreiche Fragen offen, die der Senat und die Sozialbehörde bislang nicht hätten beantwortet könne, kritisiert Simon Dhemija. „Deshalb braucht es jetzt Transparenz und ein tragfähiges Gesamtkonzept – nicht nur für die Übergangszeit, sondern auch für den zukünftigen Standort.“
