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Corona: Kaltgetränk oder Hysterieauslöser? Die Lage aus Sicht eines selbstständigen Eventtechnikers

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Gastautor Borhen Azzouz von Sub-Events vor nicht gebrauchten Traversen in seinem vollen Lager. Bis einschließlich Juni (Stand Mitte März) sind dem Eventtechniker alle Aufträge storniert worden. | Foto: Niels Kreller

Gastbeitrag. Vor nicht allzu langer Zeit dachte ich bei Corona immer an Sommer, Sonne, nette Menschen im Beachclub, chillige Sounds und ein kaltes Corona mit einer Limette. Das waren noch Zeiten…

Heute denken bei Corona oder Covid-19 alle nur noch an Toilettenpapier und Nudeln.

Die Krise hat uns voll erwischt! Für den einen war es nach der Entwicklung in China zu erwarten. Für den anderen, der glaubte, Viren kennen territoriale Grenzen und werden hier schon nicht ankommen, kam es total überraschend. Wer die aktuellen Handlungen unserer Bundesregierung beobachtet hat, könnte den Eindruck gewinnen, die gehören zur zweiten Gruppe. Während unsere Nachbarstaaten immer umfangreichere Maßnahmen zur Verlangsamung der Ausbreitung ergreifen, bekommt man den Eindruck,, wir warten erst einmal ab, wie es sich entwickelt und laufen dann immer zwei Schritte hinterher. Ich würde deutlich drastischere Maßnahmen befürworten. Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.

Maßnahmen gegen Corona sind richtig - kommen aber einem Berufsverbot gleich

Natürlich bedeutet das Einschränkungen für uns alle. Wir werden in Zukunft dichter zusammenrücken müssen (bitte Mindestabstand von 1,5m beachten) und lernen, aufeinander acht zu geben und uns gegenseitig zu unterstützen. Hamsterkäufe sind da das falsche Signal. Im Übrigen lässt sich das Covid-19 nicht mit Toilettenpapier aufhalten, auch nicht mit Zewa wisch & weg. Soweit ich weiß ist Durchfall auch nicht das Topsymptom einer Corona-Erkrankung.

Für mich persönlich ist der Virus ein echter Tritt in den Rücken. Ich bin Veranstaltungstechniker und habe mir in den letzten Jahren ein Unternehmen aufgebaut, das in Hamburg lange nicht mehr zu den Kleinen gehört. Was wir machen? Wir statten Konferenzen, Konzerte, Messen etc. aus und halten das dafür benötigte Equipment selbst vor. Die durch den Covid-19 resultierenden Einschränkungen des öffentlichen und sozialen Lebens kommen einem Berufsverbot gleich. Eine Woche lang standen unsere Telefone nicht still und das E-Mail Postfach drohte überzulaufen mit Absagen und Stornierungen.

Bis Ende Juni sind somit 100% aller Aufträge und Anfragen storniert, bis jetzt…denn ein Ende ist derzeit nicht absehbar. Im Gegenzug laufen die Kosten zu 100 Prozent weiter. Gleichzeitig stellen Kunden ihre Zahlungen ein, um die eigene Existenz zu sichern. Wir stehen vor einer ungewissen Zukunft. Das Gute daran ist: Meine Mitarbeiter und ich selbst können uns freiwillig isolieren, wir haben ja jetzt Zeit.

Es soll aber Rettung nahen…

Hilfe vom Staat muss kommen - und nicht nur durch Kredite

In einer Pressekonferenz mit Olaf Scholz und Peter Altmaier wurden uns nahezu unendliche Hilfen in Aussicht gestellt. Und diese Hilfen klingen riesig. Steuern sollen gestundet werden, Vorauszahlungen können herabgesetzt werden und Vollstreckungsmaßnahmen werden ausgesetzt. Wir müssen es nur beantragen.

Und dann kam die Bazooka, wie der Finanzminister sie nannte. Die KfW Förderbank wird mit einer unbegrenzten Kreditlinie ausgestattet, um schnelle und unkomplizierte Hilfskredite geben zu können. Das klingt toll, oder? Wir sind ja keine Banken die mit faulen Geschäften fremdes Geld verbrannt haben. Also mehr kann man da nun echt nicht erwarten, oder?!

Die Eventbranche ist da in einer etwas schlechteren Situation. Wir haben den Winter hinter uns, der in vielen Bereichen Nebensaison ist. Große Rücklagen hat jetzt keiner mehr und dann kommt Covid-19. Das Problem ist, dass uns nichts geschenkt wird. Wir müssen die Steuern weiterhin bezahlen, nur halt später. Und die toll klingenden Hilfskredite müssen wir auch vollumfänglich zurückbezahlen – aus Umsätzen, die wir in dieser Saison nicht mehr generieren können. Das Geschäftsjahr 2020 ist für uns im Grunde abgeschlossen. Ich nenne das nicht Staatshilfe, sondern Tod auf Raten.

Daher mein Appell an die Bundesregierung: Die Hilfskredite müssen mit mindestens 50% subventioniert werden, die Kreditraten müssen steuerlich geltend gemacht werden können und wir brauchen massive Steuererleichterungen. Wir haben nichts falsch gemacht. Wir hatten einfach nur Pech. Unserem Finanzminister, dem „alten“ Hamburger, kann ich nur sagen: „Olaf, wir zählen auf Dich!“

Und allen Lesern möchte ich sagen: „Seid nett zu einander und versucht die Sache mit Humor zu nehmen, nur so werden wir es alle gemeinsam überstehen.“ Ach: und nicht hamstern! Es ist genug Klopapier für alle da.

Was ich jetzt mache? Ich gehe jetzt zum Kiosk, kaufe mir ein Corona. Das habe ich mir jetzt auch echt verdient :-) Haltet durch und alles wird gut!

Info zum Autor
Borhen Azzouz kommt aus Harburg und ist mit seiner Firma Sub-Events e.K. im Binnenhafen ansässig, Er hat schon Konzerte für die Söhne Mannheims und Robbie Williams ausgestattet und hat auch schon für Wetten dass…? für eine Wette auf Mallorca eigens angefertigte Technik geliefert. Der 36-jährige Vater ist nicht nur Unternehmer sondern auch aktiver Schütze in der Harburger Schützengilde – und aktuell amtierender Gildekönig. Außerdem ist er als Gruppenführer aktiv in der Freiwilligen Feuerwehr Eißendorf.

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