Bürgermeister Tschentscher beim traditionellen Königsessen der Harburger Schützengilde
Harburg. Das Königsessen der Harburger Schützengilde von 1528 e.V. im Privathotel Lindtner zu Ehren des amtierenden Königs - es kündigt den baldigen Beginn des Harburger Vogelschießens an. Am Freitag fand das Festessen wieder statt - allerdings in Ermangelung eines Gildekönigs ohne einen solchen. Dafür aber mir einem hohen Gast: Hamburgs Erster Bürgermeister, Dr. Peter Tschentscher, war zusammen mit seiner Frau Eva-Maria gekommen.

Zur Freude der anwesenden Gildemitglieder erschien Tschentscher auch mit dem Kragenspiegel der Schützenkompagnie am Revers zum Königsessen. Immerhin war er auf dem vergangenen Spargelessen zum Ehrenmitglied ernannt worden (besser-im-blick berichtete: Spargelessen der Schützengilde: Hamburgs Bürgermeister ist Ehrenmitglied der Kompagnie).
Und der Bürgermeister war nicht nur für eine kurze Stippvisite nach Harburg gekommen: Bis nach dem Dessert gegen 23 Uhr blieb er. „Es war ein gelöster Abend“, so hörte man von den Gildemitgliedern, die sich darüber freuten, dass Tschentscher so lange geblieben war. Besonders angesichts dessen, dass es mit dem Hafengeburtstag auch eine starke Konkurrenzveranstaltung gab.
Große Spende für Restaurierung der Fahnen
An diesem Abend wurde auch viel über die Fahnen der Harburger Schützengilde gesprochen. Denn die sind teilweise sehr alt und einige brauchen dringend eine Restaurierung. Die aber ist teuer. Um so erfreulicher war es, als Heinz August Ernst von August Ernst spontan eine Zusage über eine bedeutende Summe für die Restaurierung machte.
Vielleicht hatte ihn auch bewegt, dass Prof. Rainer Maria Weiss, Direktor des Archäologischen Museums Harburg/Stadtmuseum Harburg, die älteste, als ganze und nicht nur in Fragmenten erhaltene Fahne der Gilde mitgebracht hatte. 200 Jahre ist sie alt und nicht wie die „neueren“ bestickt, sondern besteht aus bemalter Seide. Neben der Fahne hatte Weiss auch das erste Königsschild der Gilde von Herzog Otto persönlich aus dem Jahr 1528 im Gepäck. Die Gründungsurkunde der Gilde, wie Weiss betonte.
Auch weitere Gäste der 1. Patron der Gilde, Ingo Mönke, begrüßen. Darunter die Vorsitzende des Wirtschaftsvereins, Franziska Wedemann, Dr. Ralf Grote von der TU Hamburg-Harburg und Ehrenmitglied der Gilde, Christoph Birkel vom Tempowerk, Ehrenpatron Peter-Jürgen Maack, Jörn Sörensen vom Handelshof, der HPA-Geschäftsführer Jens Meier und Johannes Nettekoven von der Sparkasse Harburg-Buxtehude. Auch Dennis Thering, CDU-Fraktionschef in der Hamburgischen Bürgerschaft und Oberstleutnant Jörn Plischke (Hamburger Landeskommando) nahmen teil.
Die Schwarzen und die Grünen
Hervorgehoben werden muss das Kleid von Harburgs Citymanagerin Antonia Marmon. Denn das Königsessen ist auch immer eine Veranstaltung, bei der die „Schwarzen“ (also die „Zivilisten“) mit den Grünen (also den Gildemitgliedern) zu Tisch sitzen. Marmon hatte, als „Schwarze“, ein im Grundton schwarzes Kleid an, das allerdings in einem deutlichen Grünton leuchtete. Eine gelungene Hommage an das Treffen der Grünen mit den Schwarzen.
Das Menü aus vier Gängen rundete den Abend ab. So gab es einen Wildkräutersalat mit gebratener Jakobsmuschel, Doraden-Filet mit weißem Spargel und Hummerschaum, Kalbsfilet-Medaillons mit glasierten Zuckerschoten und Kräuter-Kartoffelstampf. Abgerundet wurde das Menü durch das Dessert, bestehend aus Mousse von Erdbeeren und weißer Schokolade mit Mascarponeschaum und Himbeeren. Die letzten Gäste verließen das Privathotel Lindtner erst gegen 3:00 Uhr.
Das Königsessen ist der inoffizielle Auftakt zum Vogelschießen in der Woche vom 16. bis 22. Juni 2025. Wenn es wieder einen Gildekönig gibt, wird bei diesem Anlass sein Königsschild präsentiert. Das Spargelessen findet am 23. Mai statt.

