SPD und CDU wählen Fraktionsspitzen – "The Winner takes it all" bei der SPD
Harburg. Die Wahlen zur Bezirksversammlung sind gute drei Wochen her – und die Fraktionen bereiten sich auf die neue Legislatur vor. Zuerst werden die Bosse gewählt – also die Fraktionsvorsitzenden.
Ein besonderes Augenmerk liegt dabei immer auf den großen Fraktionen. Das sind die SPD als größte und die CDU, die an zweiter Stelle liegt.
Bei der CDU gab es keine Überraschung. Die Christdemokraten hat ihren Spitzenkandidaten Rainer Bliefernicht aus Marmstorf, zum Nachfolger des ehemaligen und langjährigen Fraktionschefs Ralf-Dieter „Radifi“ Fischer gemacht. Seine beiden Stellvertreter kommen aus Süderelbe: Brit-Meike Fischer-Pinz und Lars Frommann. Zwei Beisitzer ergänzen den Vorstand: Robert Timmann und Uwe Schneider.
"The winner takes it all" bei den Sozialdemokraten
Mit Spannung wurde dagegen erwartet, wer sich bei der SPD durchsetzen würde. Denn dort krachte es im Vorwege ganz kräftig im Gebälk. Vor rund zwei Jahren stützte ein Bündnis aus der jetzigen Kreisvorsitzenden Oksan Karakus aus Harburg-Mitte und Torsten Fuß aus Harburg-Ost (mittlerweile aus der SPD ausgetreten) die amtierenden Kreisvorsitzenden Sören Schumacher und Ronja Schmager aus Marmstorf.
Seitdem sind bei den Sozen die Messer gewetzt die Harburger Partei ist tief gespalten. Wer also hatte in der Gemengelage mit Mandaten aus den Wahlkreisen und der Bezirksliste die Nase vorne. Schon nach der Wahl wurden in Gesprächen 8 bis 9 Stimmen für das Lager von Frank Richter und 7 oder 6 für Karakus gewertet.
Das Ergebnis zumindest zeigt: Das Richter-Lager hat die Mehrheit in der neuen Fraktion. Als Doppelspitze stehen nun Frank Richter und Natalia Sahling an erster Front der Fraktion. Stellvertreter ist Klaus Fehling, die Beisitzer sind Beate Pohlmann, Eftichia Olowsen-Saviolaki und Sven Hey. Vorsitzender der Bezirksversammlung soll Holger Böhm werden.
Eine klare Machtdemonstration: Alle gehören dem Richter-Lager an. Nur bei der Wahl um den Stellvertreter soll die innerfraktionelle Opposition es versucht haben und scheiterte. Es galt: The Winner takes it all.
Ob das nun der Befriedung von Partei und Fraktion dient, ist fraglich. In der SPD ist es gemeinhin üblich gewesen, auch der anderen Seite ein Paar Posten abzugeben. Ob sich Karakus und Co. ein solches Ergebnis widerspruchlos hinnehmen werden, darf als höchst fraglich gesehen werden.
