Klare Worte gegen Rassismus in Harburg
Harburg-Heimfeld. Rund 1.000 Gegendemonstranten hatten sich am Sonnabend in Heimfeld versammelt, um erneut gegen eine Veranstaltung der AfD in der Ebert-Halle zu protestieren. Deutlich weniger als noch vor rund einem Monat, so dass schon geunkt wurde: „Die Luft ist raus“. Allerdings: Im Gegensatz zur vorigen Protestkundgebung gab es zeitgleich in Hamburg zwei weitere Demos mit 40.000 Teilnehmern. Das die Luft raus sein soll, erschloss sich vielen in Harburg deshalb auch nicht.
Mit entschlossenen Worten hat Harburgs Gewerkschaftschef Wolfgang Brandt bei der Kundgebung Stellung gegen Rassismus bezogen: „Wir lassen uns nicht auseinanderdividieren. Wir sind einander Nachbarn und bieten dem Rassismus der AfD die Stirn.“
Hamburgs Schul-Senatorin Ksenija Bekeris (SPD) zeigte sich stolz auf die Schülerschaft des Friedrich-Ebert-Gymnasiums (FEG): „Auftrag der Schule ist es, zu aufrechten Demokratinnen und Demokratien zu bilden. Menschen, die für sich und füreinander einstehen. Die Schulgemeinschaft des FEG zeigt, wie gutes Zusammenleben gelingt.“
Imam Mounib Doukali rief dazu auf, sich gegen jede Form von Menschenfeindlichkeit zu stellen. Im interreligiösen Dialog zusammengeschlossene Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Religionsgemeinschaften hielten mit den Anwesenden eine Schweigeminute für die Opfer von Hass und Extremismus – für München und Hanau, für Halle und Magdeburg.
Musikalische Darbietungen sorgten für emotionale Momente: Der Harburger Rapper Lasko brachte die Menge zum Hüpfen, Chöre mit „Laut sein“ zum Singen. Werner Pfeifer ließ mit dem Harburg Veermaster die Zuschauer schunkeln, während Marlo Grosshardt mit einem nachdenklichen Lied, das ein Gespräch mit seiner verstorbenen Großmutter über die Wiederkehr der Nazis thematisierte, für Gänsehaut sorgte.
