Ortsumgehung Elstorf/Schwiederstorf: Gemeinde Neu Wulmstorf setzt auf Ausgleich und Dialog
Neu Wulmstorf. Die Planungen zur Ortsumgehung rund um Elstorf und Schwiederstorf treten in eine entscheidende Phase ein. Die Gemeinde Neu Wulmstorf befürwortet das Projekt grundsätzlich – vor allem in der Hoffnung auf eine spürbare Entlastung vom Durchgangsverkehr in den beiden stark belasteten Ortsteilen. Doch mit dem Fortschritt der Planungen rücken auch die Sorgen der Landwirtschaft stärker in den Fokus.
In den vergangenen Wochen habe die Gemeinde intensive Gespräche mit betroffenen Landwirtinnen und Landwirten gefhürt, heißt es aus dem Rathaus. Dabei sei deutlich geworden: Viele empfänden die geplanten Eingriffe in ihre Flächen als ungerecht und existenzbedrohend. Neben dem Verlust von Acker- und Weideflächen seien zusätzliche Vorgaben, die ihre Bewirtschaftung weiter erschweren, kritisiert worden.
Die Gemeinde habe Verständnis für diese Sorgen. „Die Landwirtschaft ist ein wichtiger Teil unserer Identität und unseres täglichen Lebens in Neu Wulmstorf“, heißt es aus dem Rathaus. Man nehme die Ängste ernst und stehe an der Seite der Betroffenen.
Ein besonders kritischer Punkt sei die Entwässerung der Flächen in und um Elstorf. Die geplante Trasse könne bestehende Wasserläufe und Entwässerungsstrukturen beeinträchtigen. Hier will die Gemeinde ihr Fachwissen sowie die Expertise der örtlichen landwirtschaftlichen Betriebe aktiv in die Planungsprozesse einbringen – mit dem Ziel, lösungsorientierte Kompromisse zu finden, die den natürlichen Gegebenheiten besser gerecht werden.
Bürgermeisterin und Verwaltung stellen klar: Der weitere Prozess werde nur in engem Dialog mit allen Beteiligten geführt. Ziel sei es, eine Lösung zu finden, „die vielen Menschen nützt – nicht nur wenigen.“ Dafür will die Gemeinde die Gespräche mit allen Akteuren fortführen und sich aktiv für einen fairen Ausgleich zwischen Infrastrukturentwicklung und landwirtschaftlichen Interessen einsetzen.
Die Debatte um die Ortsumgehung wird damit auch zu einer Grundsatzfrage: Wie gelingt der Spagat zwischen Mobilitätswende, Lebensqualität und dem Schutz traditioneller Wirtschaftsweisen?
