Rieckhof steht jetzt unter Denkmalschutz!
Harburg. Diese Hammermeldung platzt mitten in die hochemotional geführte Auseinandersetzung um das Kulturzentrum Rieckhof und dürfte einigen Beteiligten so gar nicht schmecken: Seit dem 11. Juni steht die Location auf der Liste denkmalgeschützter Gebäude in Hamburg. Insbesondere geht es dabei um die Dreieck-Erker-Fenster zum Rieckhof-Garten hinaus. „Das hat mir heute das Denkmalschutzamt mitgeteilt“, freut sich Rieckhof-Geschäftsführer Jörn Hansen gegenüber besser-im-blick mit.
Brisant ist die Meldung deshalb, da es gleichzeitig zur Frage der Trägerschaft auch um einen eventuellen Umbau des Rieckhof geht. Dabei gibt eine Machbarkeitsstudie der Elbsand Architekten, die, beauftragt vom Gebäudemanagement Hamburg GMH (wiederum beauftragt durch das Harburger Bezirksamt), als eine zentrale Idee des Umbaus vorschlagen, genau diese Dreieck-Erker-Fenster zu schleifen und durch plane Fenster zu ersetzen.
Dieses Vorhaben hatte den ursprünglichen Architekten des Rieckhof, Timm Ohrt, auf den Plan gerufen, der sich über das Vorhaben entsetzt zeigte. Denn diese Fenster sind in seinem Entwurf stilbildend für das Gebäude. Am 3. Juni hatte es eine Begehung mit dem Bezirksamt Abteilung Interner Service, der Architektin Prof. Dr.Ing. Hille von Seggern, Ehefrau von Timm Ohrt in Vertretung ihres Mannes, und Dr. Biagia Bongiorno (stellvertretende Referatsleitung Wissenschaftliche Inventarisation
sowie Bezirke Harburg und Eimsbüttel beim Denkmalschutzamt Hamburg) gegeben. Das Ergebnis ist nun, dass der Rieckhof denkmalgeschützt ist.
Diese Entwicklung dürfte einigen im Harburger Bezirksamt nicht schmecken. Schießlich gehen Machbarkeitsstudie der Elbsand Architekten und auch sehr maßgeblich die Diskussion um Trägerschaft von hier aus. Auch wird diese Entwicklung Harburgs "Kultur-Dezernentin" Dr. Anke Jobmann in ihrem Engagement für eine Neuausrichtung des Rieckhofs mit neuem Träger einen Strich durch die Rechnung machen. Denn bekanntlich gilt: "Form follows function". Und die Funktion die es hat, hat das Gebäude mit seiner jetzigen Form schließlich gut erfüllt.
Was genau das bedeutet und welche weiteren Elemente vielleicht ebenfalls unter Denkmalschutz gestellt werden, wird nun weiter besprochen. Jörn Hansen wird an diesen Gesprächen teilnehmen. Das Denkmalschutzamt hatte auf Anfrage von besser-im-blick in der Kürze der Zeit noch keine Stellungnahme dazu abgegeben können.