Munition in Kulturverein entdeckt – Durchsuchung bleibt ohne Ergebnis
Harburg. Ein eigentlich harmloser Routineeinsatz hat am Mittwoch in Harburg eine umfangreiche Durchsuchung ausgelöst. Beamte des Polizeikommissariats 46 wollten gegen 16:45 Uhr lediglich ein behördliches Schreiben in der Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße zustellen, doch vor Ort entwickelte sich die Situation schnell zu einem polizeilichen Ermittlungsfall.
Laut Polizei trafen die Einsatzkräfte in den Vereinsräumen des Kulturvereins „Play or Run“ auf eine ihnen bekannte Personengruppe. Dabei wurden geringe Mengen Betäubungsmittel festgestellt. Bei einer anschließenden Kontrolle kam es zu einem brisanten Fund: Eine 19-jährige Mitarbeiterin des Vereins hatte scharfe Munition bei sich – insgesamt neun Patronen.
Daraufhin erwirkte die Polizei einen Durchsuchungsbeschluss für die Vereinsräume. Die Maßnahme gestaltete sich schwierig, da ein Wasserrohrbruch den Keller teilweise unter Wasser gesetzt hatte. Die Beamten mussten in Gummistiefeln durchsuchen. Ein Spürhund für die Suche nach einer möglichen Schusswaffe war zunächst nicht verfügbar. Die Durchsuchung verlief ergebnislos – eine Waffe wurde nicht gefunden.
Allerdings entdeckten die Einsatzkräfte zahlreiche Taschen und Handtaschen, bei denen der Verdacht auf Produktfälschungen besteht. Zunächst wurde die 19-Jährige dafür verantwortlich gemacht, später benannte der Vereinsvorstand eine weitere Frau als Eigentümerin der Taschen.
Die 19-Jährige wurde vorläufig festgenommen und erkennungsdienstlich behandelt. Eine zunächst freiwillig gestattete Durchsuchung ihrer Wohnanschrift musste abgebrochen werden, da die Adresse offenbar nicht stimmte. Die tatsächliche Anschrift konnte später ermittelt werden, ein Durchsuchungsbeschluss wurde jedoch von der Staatsanwaltschaft nicht erlassen. Nach Abschluss der Maßnahmen wurde die Frau wieder entlassen.
