Museum electrum mit dem Harburg Teller ausgezeichnet
Harburg. Zum ersten Mal in der Geschichte des Harburg Tellers wurde nicht eine Person, sondern ein Verein ausgezeichnet: Die Ehrung für besonderes bürgerschaftliches Engagement wurde am vergangenen Freitag im Helms-Saal an das „electrum – das Museum der Elektrizität e.V.“ überreicht. „Sie machen Geschichte auf präzise Weise sichtbar“, hob Bezirksamtsleiterin Sophie Fredenhagen in ihrer Laudatio hervor. Im electrum könne man sehen, mit welchen
Geräten es begann und wohin die Reise führte. Das Museum sei „eine unverzichtbare Bereicherung für Harburg.“ In seiner Dankesrede betonte Manfred Matschke vom electrum-Verein, wie gut das Museum nach zehnjähriger Pause in Harburg aufgenommen worden sei. 2011 war es, zehn Jahre nachdem es seine ursprünglichen Räume in Barmbek verlassen musste, im Binnenhafen widereröffnet worden. Ein kleines elektrisches Gimmick hatte Matschke auch dabei: Einen beleuchteten Stopfpilz, der beim Stopfen von Löchern in der Kleidung für bessere Sicht sorgen soll.
Auch beim Harburger Bürgerpreis 2018 unter dem Motto „Wir machen Alltagshelden sichtbar!“ gab es ein Novum, denn es gab gleich zwei erste Plätze: Die Behinderten Arbeitsgemeinschaft Harburg e.V. für ihre Arbeit im Bereich Inklusion und die Initiative Willkommen in Süderelbe für ihren Deutschunterricht für Geflüchtete könne
n sich über je 2.000 Euro freuen. Den zweiten Platz belegten die Lesepaten bei der Bücherhalle Harburg für ihr Lesetraining für Kinder.
Die Preise überreichten der stellvertretende Vorsitzende der Bezirksversammlung Robert Timman und Sonja Hausmann, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Harburg-Buxtehude, die den Harburger Bürgerpreis und den Harburg Teller unterstützt. „Helden“, griff Robert Timman das Motto des Bürgerpreises in seinem Lob über die Arbeit der Ehrenamtlichen in Harburg auf, „streben nicht nach Ruhm und Geld.“ Man wolle mit dem Preis zur Nachahmung anregen. „Das Ehrenamt ist heute so wichtig wie nie zuvor“, so Hausmann. „Es ist mir eine Herzensangelegenheit, hier ein lautes und deutliches Danke zu sagen.“
Als Hauptredner des Abends hob Hausherr Prof. Rainer-Maria Weiss, Direktor des Archäologischen Museums Hamburg / Stadtmusem Harburg, hervor, dass Harburg schon immer ein leuchtendes Vorbild für Integration gewesen sei. Als Beispiel nannte er die Zuwanderung österreichischer Protestanten, die Ende des 18. Jahrhunderts aus ihrer Heimat vertrieben wurden und von denen einige in Harburg in den Salzburger Häusern eine neue Heimat gefunden hatten. Auch die St. Franz Joseph Kirche in Wilstorf stünde für gelungene Integration, so Weiss. Eigentlich hieß sie Franz Joseph Kirche – ohne Sankt – als Ehrerbietung österreichischer Einwanderer aus dem Osten der K&K-Monarchie Ende des 19. Jahrhunderts an ihren Kaiser Franz Joseph. Sie sei, so Weiss, sogar in „K&K-Gelb“ gestrichen. „Sie“, so Weiss über die Österreicher, “wurden nicht an der Stadtgrenze abgewiesen. Sie haben sich integriert und sind heute nicht mehr sichtbar.“
Das Rahmenprogramm wurde von dem Improvisationstheater-Künstler-Duo „Charlotte & Ralf“ (Charlotte Wolff und Ralf Schulze) in Zusammenarbeit mit dem Musiker Fabio Malaguti gestaltet. Durch das Programm führte André Schünke, bekannt als NDR- und Tagesschau24-Moderator.